Start der Mission EM-Titel 2012: Löw setzt DFB-Stars unter Druck
zuletzt aktualisiert: 06.09.2011 - 16:04Düsseldorf (RPO). Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beginnt mit dem Länderspiel am Dienstag gegen EM-Gastgeber Polen die Vorbereitung auf die EURO 2012. Der Bundestrainer setzt seine Stars unter Druck.
Für Miroslav Klose und Lukas Podolski ist es "ein ganz besonderes Spiel", für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Start der Mission EM-Titel: Mit dem Länderspiel am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) in Danzig gegen Polen beginnt für Bundestrainer Joachim Löw bereits neun Monate vor Beginn der Endrunde die heiße Phase der Vorbereitung.
Nach der im Rekordtempo erfolgten Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine setzt Löw seine Stars vor dem Schaulaufen in den kommenden Monaten gehörig unter Druck. Einen Schlendrian wie etwa vor der Europameisterschaft 2008 will er schon beim Test gegen das Heimatland von Klose und Podolski nicht dulden.
12 Wiese - 15 Träsch, 17 Mertesacker, 20 Boateng, 16 Lahm - 6 Rolfes, 18 Kroos - 13 Müller (9 Schürrle), 19 Götze, 10 Podolski - 11 Klose. - Trainer: Löw
"Wollen die Spannung hochhalten"
"Wenn sich ein Spieler von den acht Siegen in der Qualifikation oder dem Erfolg gegen Brasilien blenden lässt, ist er bei mir falsch. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mit Siegen alleine nicht zufrieden bin. Ich will, dass wir uns weiter verbessern. Wir wollen die Spannung weiter hochhalten", sagte der Bundestrainer vor dem Abflug mit Lufthansa-Sonderflug 3580 am Montagvormittag von Düsseldorf nach Danzig mit Nachdruck. Im kicker-Interview schickte er eine Warnung hinterher: "Wir alle dürfen jetzt nicht abheben oder größenwahnsinnig werden."
Schon bei der Partie in Polen will die DFB-Auswahl deshalb trotz einiger Experimente und fehlender Stars wie Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Mario Gomez oder Sami Khedira erneut ihre (Welt-)Klasse demonstrieren. "Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen", sagte Kapitän Philipp Lahm, der keinen Einbruch befürchtet: "Der Konkurrenzkampf ist so groß wie noch nie. Jeder muss kämpfen. Keiner kann sich seiner Sache sicher sein."
Löw spricht in diesem Zusammenhang von "einem ständigen Prozess. Wir wollen uns immer weiterentwickeln. Ich habe im Gegensatz zu früher viel mehr gute Spieler zur Verfügung, was der Leistung förderlich ist." Auch in Danzig wird er im Gegensatz zum eindrucksvollen 6:2 gegen Österreich einige Änderungen vornehmen.
Chance für Wiese und Götze
"Wir können jede Position adäquat ersetzen. Ich habe jetzt den Vorteil, dass ich das eine oder andere ausprobieren kann", sagte Löw und ließ den überragenden Spielmacher Özil, Schweinsteiger und Neuer gleich einmal zu Hause. Eine Bewährungschance gegen Polen werden stattdessen Torwart Tim Wiese, Per Mertesacker und der zuletzt als Jahrhundert-Talent gepriesene Mario Götze erhalten. Darauf legte sich der Coach bereits fest. Darüber hinaus dürften auch Jerome Boateng und Simon Rolfes neu in die Anfangself rutschen.
Von den Experimenten ausgeschlossen werden wohl Lukas Podolski (26) und Miroslav Klose (33) sein. Für die beiden gebürtigen Polen ist "es ein ganz besonderes Spiel", wie beide vor ihrer Rückkehr in die Heimat unisono unterstrichen. "Ich freue mich sehr darauf, auch auf die EURO im kommenden Jahr. Das ist sehr emotional für mich", fügte Klose an. Der Angreifer von lazio Rom spielt das erste Mal in seiner Profi-Karriere überhaupt in Polen, wo er 1978 in Opole geboren wurde.
Auch der Kölner Podolski - geboren in Gliwice - wies in den vergangenen Tagen immer wieder auf die große Bedeutung seines 92. Länderspiels hin. "Ich bin in dem Land geboren, spreche mit meinen Eltern polnisch, habe in Polen eine große Familie und viele Freunde. Die freuen sich alle auf das Spiel", sagte "Poldi". Die polnische Mannschaft erwartet er mit "viel Respekt vor uns. Sie wollen aber auch zeigen, dass sie einen Großen schlagen können."
"Gas geben und gewinnen"
Doch ein Rückschlag für die zuletzt überzeugend aufgetretene DFB-Auswahl soll möglichst verhindert werden. "Egal, in welcher Formation wir spielen, wir fahren dahin, um zu gewinnen. Wir wollen auch nach diesem Doppelspieltag zufrieden nach Hause fahren", sagte Toni Kroos. "Wir wollen die Spannung hochhalten, Gas geben und gewinnen", meinte Andre Schürrle.
Das Selbstvertrauen ist auf jeden Fall groß. Klose sprach vor seinem 112. Länderspiel-Einsatz von "der besten Mannschaft, in der ich je gespielt habe". Auch für Löw "gehören wir schon auch zu den besten Mannschaften der Welt, das haben wir zuletzt bewiesen".
Dennoch warnte auch der Bundestrainer vor allzu viel Euphorie: "Es ist noch zu früh, über den Titel zu reden." Lahm wies nach dem Österreich-Spiel und gewissen Schwächen in der Defensive darauf hin, "dass wir uns noch weiter verbessern müssen". Und auch Klose schränkte ein: "Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges. Es ist noch viel Potenzial da."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








