Fitnesstest in Köln: Löw sorgt sich um Ballack
zuletzt aktualisiert: 04.09.2007 - 17:13Köln (RPO). Die Personalie Michael Ballack hat den Fitnesstest der deutschen Nationalmannschaft in Köln überschattet. Bundestrainer Joachim Löw sorgt sich um seinen Kapitän, der in diesem Jahr nicht für den FC Chelsea in der Champions League aufläuft.
Sowohl Löw als auch Teammanager Oliver Bierhoff zeigten sich beim Treffpunkt der DFB-Auswahl am Dienstagvormittag im Kölner Nobelhotel Intercontinental beunruhigt.
Chelsea-Teammanager Jose Mourinho verzichtet auf den Ex-Bayern im 25-Mann-Kader für die "Königsklasse". Seit seiner Knöcheloperation am 27. April konnte der deutsche Mittelfeldspieler von den Blues nicht mehr eingesetzt werden.
"Das ist schon überraschend, dass er dieses Jahr nicht im Europapokal spielt, aber wir müssen erstmal miteinander telefonieren. Denn Genaues weiß ich auch noch nicht", sagte Löw, der sich am Montag noch optimistisch über Ballacks Gesundheitszustand geäußert hatte. Außerdem ist Torwart Jens Lehmann (FC Arsenal) immer noch angeschlagen, soll aber - wenn es nach Löw geht - am Samstag (20.30 Uhr/LIVE!-Ticker) im EM-Qualifikationsspiel in Cardiff gegen Wales spielen.
"Wir machen uns Sorgen"
Auch Bierhoff war die Nachricht von der Themse offenbar auf den Magen geschlagen. "Natürlich machen wir uns Sorgen. Ich habe Michael aber noch nicht erreicht. Er ist der Einzige, der uns genau über den Sachverhalt informieren kann, denn wir wissen es ja auch nur aus der Zeitung", erklärte der Teammanager kurz nach seiner Ankunft in der Domstadt.
"Das ist sicherlich ein Hammer, wenn ein Spieler von seiner Klasse nicht für die Champions League gemeldet wird. Andererseits verfügt Chelsea über einen so guten Kader, dass sie in der Vorrunde Michael ersetzen können", fügte Bierhoff hinzu, der die Hoffnung auf ein baldiges Comeback des früheren Münchners aber ebenso wie Löw noch nicht aufgegeben hat.
"Wir hoffen nach wie vor, dass Michael uns im Oktober in der EM-Qualifikation in Irland wieder zur Verfügung steht. Wichtig ist aber vor allem, dass er bei der EM im kommenden Sommer wieder hundertprozentig fit ist, und davon gehen wir aus. Er ist zwischenzeitlich ja auch immer wieder in München zur Behandlung bei Dr. Müller-Wohlfahrt."
Die letzte Kontaktaufnahme mit dem ehemaligen Leverkusener hatte es am Rande des Länderspiels in London gegen England am 22. August gegeben, als der 30-Jährige die DFB-Verantwortlichen darüber informiert hatte, dass sich sein Gesundheitszustand Tag für Tag verbessere und er schon bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen könne - was sich im Nachinein als Irrtum herausstellte.
Das andere Sorgenkind gab sich relativ wortkarg. "Ich habe eine Achillessehnen- und eine Ellenbogenverletzung und konnte deshalb bislang nicht trainieren", sagte Lehmann.
Der 37-Jährige, der am Dienstagnachmittag im Südstadion erstmals wieder torwartspezifische Übungen machen wollte, gab keine Prognose ab, ob er in Cardiff spielen kann. Dass er zurzeit noch das uneingeschränkte Vertrauen des Bundestrainers genieße, sei zwar wichtig, er wisse aber, "dass ich mich immer wieder beweisen muss". Die Pause von zwei Wochen sei für ihn aber kein Problem: "Solche Situationen musste ich schon öfter bewältigen, das habe ich bislang immer ganz gut hinbekommen."
Auch Bierhoff wollte die Lage nicht dramatisieren: "Spieler wie Jens Lehmann können die Nationalmannschaft nutzen, um Selbstvertrauen zu tanken. Ihm werden die Tage bei uns gut tun." Für den Teammanager steht aber außer Frage, "dass unsere Kandidaten für die EM auf Dauer Spielpraxis haben müssen, um sich zu empfehlen."
Odonkor nachnominiert
Empfehlen kann sich bis nächsten Mittwoch, wenn die Länderspielreise mit dem Test gegen Rumänien in Köln (20.30 Uhr/LIVE!-Ticker) zu Ende geht, auch wieder David Odonkor. Der Spanien-Legionär von Betis Sevilla wurde am Dienstagmorgen für den Stuttgarter Serdar Tasci nachnominiert, der wegen Adduktorenbeschwerden sowohl den Fitnesstest als auch seine Teilnahme an den Länderspielen absagen musste.
Nachdem zuvor auch der "nur" zur Leistungsüberpüfüng nach Köln eingeladene Schalker Gerald Asamoah wegen einer Lebensmittelallergie auf seine Teilnahme verzichten musste, unterzogen sich noch insgesamt 27 Akteure, darunter auch Torwart Manuel Neuer von Schalke 04, der in vier Einheiten aufgebauten Testreihe. Nachdem am Vormittag im Hotel Stabilitäts- und Dehnübungen durchgeführt wurden, standen am Nachmittag im Südstadion diverse Sprinttests auf dem Programm.
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