Skandal in Lissabon: Portugals Trainer schlägt serbischen Spieler
zuletzt aktualisiert: 13.09.2007 - 20:51Lissabon (RPO). Beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Portugal und Serbien in Lissabon ist es zu einem handfesten Skandal gekommen. Nach dem späten Ausgleich der Gäste, die in der 87. Spielminute das viel umjubelte 1:1 erzielten, kam es auf dem Spielfeld zu Tumulten. Dabei schlug Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari dem serbischen Akteur Ivica Dragutinovic ins Gesicht.
Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat umgehend eine Untersuchung der Vorfälle angekündigt.
"Entschuldigung, aber ich bin nicht unfehlbar. Es war ein Reflex nach mehreren Provokationen, und ich wollte meine Spieler schützen. Trotzdem darf mir so etwas niemals passieren, und ich bin bereit, alle Konsequenzen meiner Handlung zu tragen", erklärte Scolari am Donnerstagabend am Sitz des portugiesischen Verbandes.
Auslöser von Scolaris Blackout war eine angebliche Attacke Dragutinovics an Ricardo Quaresma. Der brasilianische Trainer der Südeuropäer erklärte nach dem Spiel, er habe nur aus Reflex gehandelt und wollte seinen Spieler schützen. Dragutinovic aber stritt ab, Quaresma angegriffen zu haben.
"Ich bin zu Quaresma gegangen und wollte mit ihm reden, aber dann passierte, was jeder gesehen hat. Aber da war eine Kamera, die alles aufgenommen hat. Die Bilder werden sicherliche Aufschluss darüber geben, was genau geschehen ist", sagte Dragutinovic.
Scolari stellt den Vorfall ein wenig anders dar und gibt dem deutschen Schiedsrichter Markus Merk die Schuld an dem Vorfall. "Dragutinovic wollte Quaresma schlagen, ich habe ihn verteidigt", so der Südamerikaner, der kein gutes Haar an Merk lässt. "Der Schiedsrichter war eine Schande. Einmal mehr ist Markus Merk hierher gekommen und hat seine Duftmarke hinterlassen", sagte Scolari, der dem Unparteiischen aus Otterbach die Schuld an den verlorenen zwei Punkten gibt.
Scolari will den serbischen Torschützen Branislav Ivanovic bei dessen Ausgleichstreffer klar im Abseits gesehen haben. "Das waren bestimmt zwei Meter", echauffierte sich Scolari nach dem Schlusspfiff und verurteilte Merk dafür, einen Big Point im Kampf um ein EM-Ticket vergeben zu haben.
"Es wird langsam Zeit für Michel Platini oder die Schiedsrichterkommission, genau hinzuschauen. Sie sollen sich nur mal die Zeitlupe des Tors ansehen. Sie sollen sich nur mal die zwei Punkte ansehen, die wir heute verloren haben." Scolari muss nach seinem Blackout mit Sanktionen rechnen.
Der serbische Trainer Javier Clemente forderte Scolari unterdessen zum Rücktritt auf: "So etwas darf nicht passieren. Scolari muss seinen Job an den Nagel hängen", so der Spanier nach dem Vorfall.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








