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Steter Aufwärtstrend der Fußballer: Schweiz träumt schon vom EM-Titel

zuletzt aktualisiert: 25.03.2008 - 18:32

Basel (RPO). Deutschlands Bundestrainer Jogi Löw hat die Schweiz schon auf das Schild der Favoriten bei der Europameisterschaft 2008 gehoben und auch im Alpenland wird von Titel geträumt.  Gesichert ist, dass die Fußballer der Schweiz einen Aufwärtstrend mit Konzept vollzogen haben.

Hält die Schweiz auf Erfolgskurs: Trainer Köbi Kuhn.  Foto: AFP, AFP
Hält die Schweiz auf Erfolgskurs: Trainer Köbi Kuhn. Foto: AFP, AFP

Vor sechs Jahren verfasste Jakob Kuhn, allgemein bekannt unter seinem verniedlichten Vornamen "Köbi", ein weitreichendes Konzept. Die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz war gerade in der Qualifikation für die WM 2002 gescheitert, unter ihm als Trainer, da erdachte der ehemalige Nationalspieler zusammen mit den Verantwortlichen des Schweizerischen Fußballverbandes (SFV) einen mutigen Plan. Kuhn hatte und hat eine Vision, daher betitelte er sein Strategiepapier lapidar mit: "Europameister 2008".

"Für Schweizer Verhältnisse war das ungewohnt optimistisch", räumt der 63-malige Nationalspieler ein. Optimistisch mag noch ein wenig untertrieben sein, schließlich hat die Schweiz bei ihren zwei EM-Teilnahmen 1996 und 2004 kein Spiel gewonnen und nur zwei Treffer in sechs Vorrundenspielen erzielt. Doch die internationalen Kollegen sehen Kuhn nicht als einen Phantasten: "Die Schweiz", sagt etwa der deutsche Bundestrainer Joachim Löw, "gehört für mich auf jeden Fall zu den EM-Mitfavoriten."

Löw schmiert den Schweizern vor dem 50. Länderspiel mit einer deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch in Basel (20.45 Uhr/LIVE-Ticker) nicht aus reiner Gefälligkeit Honig um den Bart. "Die Stärke der Schweiz", ergänzt er, "zeigt sich daran, dass viele Spieler im Ausland spielen". In der Anfangsformation wird am Mittwoch in Hakan Yakin (Young Boys Bern, früher VfB Stuttgart) wohl nur ein Spieler stehen, der in der Schweiz beschäftigt ist. Der Rest wie Kapitän Alexander Frei (Dortmund) spielt zum Großteil in der Bundesliga.

Aus der Sicht von Nationaltrainer Kuhn ist die anhaltende Entwicklung, dass die besten Spieler auswandern, eine gute: "Bei uns werden die Spieler sehr gut ausgebildet, aber im Ausland werden sie dann wesentlich stärker gefordert." Das neue junge Mittelfeld-Tandem Gelson Fernandez (21 Jahre) und Gökhan Inler (23) etwa hat sich bei Manchester City sowie Udinese Calcio durchgesetzt. Die neue Nummer eins Diego Benaglio (Wolfsburg), Tranquillo Barnetta (Leverkusen) oder Christoph Spycher (Frankfurt) sind Bundesliga-Stammkräfte.

73 Tage vor dem Auftaktspiel der EURO 2008 gegen die Tschechen kommt Deutschland dem Schweizer Nationaltrainer als Gegner jetzt gerade recht. "Dieser Test ist deshalb so wichtig, weil Deutschland eine unerträglich stabile Mannschaft ist", sagt Kuhn anerkennend.

In Basel soll sich nicht wiederholen, was im Februar 2007 in Düsseldorf (1:3) misslang. "Vom Fußballerischen und vom Taktischen her können wir auf jeden Fall mithalten", sagt Abwehrspieler Mario Eggimann vom Karlsruher SC: "Wir werden nicht in Ehrfurcht erstarren."

Ein Sieg gegen Deutschland wäre für die Schweizer auch deshalb wünschenswert, weil nach drei Niederlagen in den vorangegangen drei Länderspielen gegen England (1:2), Nigeria (0:1) und die USA (0:1) die Stimmung beim Schweizer Publikum nicht sonderlich optimistisch ist, auch und gerade im Hinblick auf die EM. "Ein Sieg wäre wichtig, um die Euphorie zu entfachen", sagt Kuhn. KSC-Kapitän Eggimann gibt sich freilich keinen Illusionen hin: "Deutschland ist im Moment die beste Mannschaft in Europa."

Am 29. Juni soll dies anders sein - geht es nach "Köbi" Kuhn. Er träume davon, an diesem Tag mit seiner Mannschaft im Finale von Wien zu stehen, gibt er zu. Der 64-Jährige Kuhn wird spätestens dann abtreten, ihm folgt Ottmar Hitzfeld. Dass sich der aktuelle Trainer des FC Bayern gegen München und für die Schweiz entschieden hat, sei eine Bestätigung auch seines Wirkens, sagt Kuhn: "Es ist sicher ein Resultat der großen Arbeit, die wir hier geleistet haben. Wir haben uns Respekt verschafft."

Quelle: sid

 
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