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EM-Teilnehmer im Porträt: Schweiz: mit Zurückhaltung zum Erfolg

zuletzt aktualisiert: 30.04.2008 - 09:05

Bern (RPO). Europas Fußball-Gipfel vor Augen und den Heimvorteil im Rücken: Die Schweizer Nationalmannschaft will bei der EM 2008 hoch hinaus. Kapitän Alexander Frei vom Bundesligisten Borussia Dortmund ließ lange vor dem Auftaktspiel am 7. Juni 2008 in Basel gegen Tschechien keinen Zweifel an den Zielen: "Wir wollen Europameister werden."

Wollen den EM-Sieg im eigenen Land: Valon Behrami (r.) und Tranquilo Barnetta.  Foto: ddp
Wollen den EM-Sieg im eigenen Land: Valon Behrami (r.) und Tranquilo Barnetta. Foto: ddp

Und die Organisatoren träumen bereits von einem "Sommermärchen" wie es Nachbar Deutschland bei der WM 2006 im eigenen Land erlebte.

Doch die Euphorie der ohnehin eher zurückhaltenden Eidgenossen hielt sich lange in Grenzen. Erst recht, nachdem die Mannschaft des nach dem Turnier scheidenden Trainers Jakob "Köbi" Kuhn ihr Länderspiel am 26. März gegen die DFB-Auswahl sang- und klanglos mit 0:4 verloren hatte.

Für Kuhn war es kein Beinbruch: "Jetzt wissen wir, wo wir bei der Feinarbeit bis zum Start ansetzen müssen. " Doch die Initailzündung für die Vorfreude der 7,5 Millionen Landsleute auf das Event blieb natürlich aus.

Doch der beliebte Kuhn, dessen Amt Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nach der EM übernehmen wird, weiß um das Potenzial, der Aussagekraft von Testspielen und das Vertrauen der Fans. Denn seit er 2001 das Amt übernahm, ging es für die Schweizer Nati bergauf. Nachdem die WM 2002 noch verpasst wurde, qualifizierte man sich für die EM 2004 und WM 2006, wo im Achtelfinale das Aus kam. Das Unternehmen EM soll in diesem Jahr jedoch erst am 29. Juni im Finale in Wien zu Ende sein.

Kuhn hält den Husarenritt seiner Truppe, in die er während seiner siebenjährigen Amtszeit kontinuierlich junge Spieler einbaute, wie auch das Gros der EM-Trainer für nicht ausgeschlossen. Denn der Schweizer Kader birgt genügend Potenzial. Die meisten seiner Spieler verdienen ihr Geld ohnehin im Ausland, "denn dort werden die stärker gefordert".

Lediglich vier Akteure seines 21er-Aufgebots gegen Deutschland standen auf der Gehaltsliste heimischer Klubs. Allein sieben Spieler vertreten die Schweizer Farben in der Bundesliga: Torhüter Diego Benaglio (VfL Wolfsburg), Mario Eggimann (Karlsruher SC), Ludovic Magnin (VfB Stuttgart), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt), Steve von Bergen (Hertha BSC Berlin), Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen) und Torjäger Frei (Dortmund). BVB-Profi Philipp Degen steht nach langer Verletzungspause im Aufgebot für die EM.

"Die Mannschaft hat stets gut mitgearbeitet und war bereit, sich zu verbessern", sagte Ex-Nationalspieler Kuhn. "Meinem Anspruch, guten Fußball zu spielen sind wir mehrfach sehr nahe gekommen." Allerdings fehlten den Schweizern als EM-Gastgeber ohne Qualifikationsrunde die wichtigen Härtetets. Länderspiele gegen namhafte Gegner waren letztendlich kein Ersatz.

Aber die "Nati" setzt auch auf die Unterstützung eines ganzen Landes. "Wir müssen mit guten Leistungen dafür sorgen, dass der Funken auf die Fans überspringt", appellierte Frei, der sich nach achtmonatiger Verletzungspause (Hüft- und Wadenoperation) bis zur EM wieder an die alte Form herankämpfen will.

Die Schweiz und auch Co-Ausrichter Österreich können der EM optimistisch entgegenblicken. Mindestens ein Gastgeber wird bei der EM die Halbfinals erreichen. Das orakelt jedenfalls die Statistik. Denn in den vergangenen 20 Jahren, so eine Untersuchung, haben sich neun von zwölf Ausrichtern einer EM oder WM zumindest für die Runde der letzten Vier qualifiziert.


Das Schweizer EM-Aufgebot im Überblick:

Tor: Diego Benaglio (VfL Wolfsburg), Pascal Zuberbühler (Neuchatel Xamax), Fabio Coltorti (Racing Santander)

Abwehr: Philipp Degen (Borussia Dortmund), Johannes Djourou (FC Arsenal), Mario Eggimann (Karlsruher SC), Stephane Grichting (AJ Auxerre), Stephan Lichtsteiner (OSC Lille), Ludovic Magnin (VfB Stuttgart), Patrick Müller (Olympique Lyon), Philippe Senderos (FC Arsenal), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt), Steve von Bergen (Hertha BSC Berlin)

Mittelfeld: Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen), Valon Behrami (Lazio Rom), Ricardo Cabanas (Grasshopper Zürich), Gelson Fernandes (Manchester City), Daniel Gygax (FC Metz), Benjamin Huggel (FC Basel), Gökhan Inler (Udinese Calcio), Johan Vonlanthen (RB Salzburg), Hakan Yakin (Young Boys Bern)

Angriff: Eren Derdiyok (FC Basel), Alexander Frei (Borussia Dortmund), Blaise Nkufo (Twente Enschede), Marco Streller (FC Basel)

Quelle: sid

 
 
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