Deutscher Shooting-Star: Co-Trainer Flick adelt Holger Badstuber
zuletzt aktualisiert: 16.06.2010 - 14:56Pretoria (RPO). In einem Jahr von der 3. Liga auf die große Bühne des Welt-Fußballs: Wovon viele träumen, ist für Holger Badstuber Realität geworden. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler von Bayern München steht am Freitag (13.30 Uhr/Live-Ticker) in Port Elizabeth gegen Serbien vor seinem zweiten Einsatz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika. Für Bundestrainer Joachim Löw gibt es nach dem 4:0 gegen Australien und einer souveränen Leistung des Profis von Bayern München keinen Grund, auf der linken Abwehrseite einen Wechsel vorzunehmen.
Welche Wertschätzung Badstuber, dessen Lieblingsposition eigentlich mehr in der Innenverteidigung liegt, inzwischen genießt, unterstrich am Mittwoch auch noch einmal Löws Assistent Hansi Flick. "Er hat beim FC Bayern schon auf dieser Position gespielt, er ist sehr zweikampfstark und hat ein modernes Abwehrverhalten", lobte Flick. Er habe zudem "eine gute Spielauflösung. Er ist für sein Alter selbstbewusst und abgeklärt".
So gibt sich Badstuber im Teamquartier Velmore Grande nahe Pretoria auch. Der "Jungspund" tritt bei seinen öffentlichen Auftritten authentisch und bodenständig auf. Auch mit dem Lob weiß der Münchner gut umzugehen. "Ich bin vom Naturell her eher ruhiger. Es freut mich, wenn es Komplimente gibt, aber ich weiß, dass sich das schnell ändern kann", sagte er.
Lehrjahre unter Gerland
Immerhin ist Badstuber, der erst im vergangenen Sommer Profi wurde, in der zweiten Mannschaft beim FC Bayern durch die harte Schule von Trainer Hermann Gerland gegangen. Der hatte den Verteidiger vorwiegend auf der Sechser-Position im Mittelfeld eingesetzt. "Das hat mir sehr viel gebracht. Da steht man im Mittelpunkt des Spiels. Durch diese Zeit bin ich auch der Spieler geworden, der ich heute bin", meinte Badstuber zu seinen Lehrjahren unter Gerland.
Doch nicht nur Gerland hat Badstuber viel zu verdanken. Auch Bayern-Trainer Louis van Gaal setzte von Saisonbeginn an auf den schlaksigen Abwehrspieler. Die Bilanz von 33 Bundesligaspielen (1 Tor), dazu deutscher Meister und Pokalsieger sowie im Endspiel der Champions League, kann sich für einen "Rookie" mehr als sehen lassen.
Gegen Australien absolvierte Badstuber, der erst vor zwei Wochen in Ungarn seine DFB-Premiere feierte, erst sein drittes Länderspiel. Und das mit einer Gelassenheit, die aller Ehren wert war. Vor allem aber hielt er Lukas Podolski den Rücken frei.
Ob es ein Unterschied sei, hinter Podolski anstatt wie bei Bayern hinter Superstar Franck Ribery zu spielen, wurde Badstuber am Mittwoch gefragt? "Das ist weniger ein Unterschied. Ich spiele mein Spiel", antwortete er selbstbewusst und fügte an: "Beide Spieler haben andere Qualitäten. Aber ich kann mit Poldi genauso gut zusammenspielen. Wir verfeinern das immer mehr, um bei dieser WM eine gute linke Seite zu bilden."
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