Sehr geringe Nachfrage: Deutsche WM-Spiele werden zum Ladenhüter
zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 11:58München (RPO). Die deutschen Fans lassen die Nationalmannschaft im Stich. Die Nachfrage nach Tickets für Spiele der deutschen Elf bei der Fußball-WM in Südafrika verläuft sehr schleppend. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat in der am Mittwoch ausgelaufenen Verkaufsrunde für die Tickets seiner Vorrunden-Spiele gegen Australien, Ghana und Serbien nur um die 1000 Tickets losgeworden.
Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich am Donnerstag zu den Zahlen nicht äußern.
Dafür sei es noch zu früh, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger der Nachrichtenagentur DAPD. Er könne auch noch keinen konkreten Termin für eine Bekanntgabe nehmen. Zunächst müsse man die offizielle Mitteilung des Weltfußballverbands Fifa abwarten. Dem DFB stehen wie jedem Teilnehmerland jeweils zwölf Prozent der Tickets der drei Vorrundenspielen zu, insgesamt knapp 21.000 Karten.
Auch die Verkäufe in anderen Ländern verlaufen der "SZ" zufolge schleppend. Auch in England heiße es, dass noch Karten aller Kategorien verfügbar seien. Der niederländische Fußballverband KNVB habe bei der Fifa sogar um eine Verlängerung der Verkaufsfrist angefragt. Zugleich klagten internationale Ticket-Agenten, dass sie auf ihren Kontingenten festsäßen. Die Nachfrage nach Eintrittskarten sei "alarmierend, besonders bei den Vorrundenspielen", schrieb die "Süddeutsche Zeitung".
Die Fifa gab auf SZ-Anfrage mit Verweis "auf den laufenden generellen Verkauf keine präzisen Zahlen".
DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, der als Berater des südafrikanischen Organisationskomitees tätig ist, bestätigte im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt", dass sich die Veranstalter Sorgen machen. "Wir denken Tag und Nacht nach, wie man das zu einem guten Ende bringen kann. Die Ergebnisse sind nicht überwältigend", sagte Schmidt. Er hofft jetzt auf die kommenden Wochen, "damit wir die Stadien einigermaßen füllen können", und fordert: "Die Reiseanbieter werden mit ihren Preisen runtergehen müssen."
Deren Probleme beschreibt in der Welt Reiseveranstalter Wolfgang Vieten. "Das Geschäft läuft nicht so wie erwartet. Wir bringen einige hundert deutsche Fans zu jedem Spiel, aber 1000 bis 2000 pro Partie werden wir nicht erreichen", sagte er. Weil die Karten der Veranstalter, die der FIFA bereits bezahlt werden mussten, laut Vertrag nur mit Pauschalarrangements vertrieben werden dürfen, liegt die Konsequenz liegen bleibender Pakete für Vieten auf der Hand: "Dann bleiben unsere Sitze in den Stadien leer. "
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