Kommentar zur Nationalmannschaft: Deutschland braucht Ballack
VON KOMMENTAR VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 07:46Düsseldorf (RP). Man muss ja nicht gleich einstimmen in den Chor der Hysterischen. Und man muss nicht täglich bang den nächsten ärztlichen Bestandsaufnahmen von der Insel lauschen. Aber beruhigend ist es schon, dass die Wade der Nation den hohen Anforderungen der WM-Qualifikation gewachsen scheint. Denn ohne Michael Ballack wäre vor allem die Aufgabe der Fußball-Nationalmannschaft in Moskau noch schwerer, als sie ohnehin schon ist.
Löws Team braucht einstweilen die Führungskraft Ballack. Nicht nur, weil der inzwischen weitgereiste Sachse über die seltene Fähigkeit verfügt, den Ball mit seinem edelsten Körperteil, dem Kopf, ebenso gekonnt ins Tor zu wuchten wie mit dem Fuß aus größerer Entfernung. Auch weil er es versteht, als gut geschultes Alphatier sein Revier zu behaupten. Gerade die manchmal allzu wohlerzogenen Leisetreter in der Nationalelf, vornehme Fußballer wie Philipp Lahm und Per Mertesacker, finden es ganz gut, dass Ballack gelegentlich die Rolle des bösen Buben auf dem Platz spielen kann.
Derartige Prachtexemplare einer langsam aussterbenden Fußballer-Rasse sind nicht nur in Löws Auswahl sehr selten. Deshalb ist Ballack in der Nationalelf nicht zu ersetzen. Zumindest derzeit nicht.
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