Weltmeisterschaft in Südafrika: DFB vertagt K- und T-Frage offiziell
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 27.05.2010 - 13:15Düsseldorf (RPO). Wer wird die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika als Kapitän auf das Feld führen? Wer steht für den verletzten Rene Adler zwischen den Pfosten? Bundestrainer Joachim Löw spannt die Nation noch einen Tag auf die Folter, doch die Entscheidungen stehen wohl schon fest.
DFB-Mediendirektor Harald Stenger begann die offizielle DFB-Pressekonferenz in Südtirol am Donnerstag mit dem Hinweis, dass in diesen Fragen noch keine Entscheidung gefallen sei. "Alles, was heute vermeldet wurde, ist reine Spekulation. Es kann so sein, muss aber nicht", verkündete er "auf ausdrücklichen Wunsch der sportlichen Führung".
Die "Bild" hatte gemeldet, dass die Wahl auf Philipp Lahm als Vertreter von Michael Ballack als Spielführer gefallen sei und zudem die Torwart-Frage geklärt sei. Dem Bericht zufolge soll Manuel Neuer das deutsche Tor bei der WM hüten. Der Schalker hätte sich im Dreikampf mit Tim Wiese (Werder Bremen) und Jörg Butt von Bayern München durchgesetzt.
Entscheidung am Freitag
Laut Stenger werde Löw am Freitag auf der Pressekonferenz die Entscheidung verkünden, da er mit den betreffenden Spielern am Donnerstag noch keine Gespräche geführt habe, diese aber "in den nächsten Stunden stattfinden werden".
Es ist dennoch davon auszugehen, dass Lahm das Rennen um die Binde machen wird. Der Außenverteidiger entspricht nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Michael Ballack dem von Löw geforderten Profil. Er ist integrativ und kommunikativ. Er könnte Löws verlängerter Arm auf dem Platz werden und den vielen repräsentativen Aufgaben gewachsen sein. In der Verlosung sind neben Lahm, der 64 Länderspiele für Deutschland absolvierte und das Team bereits im November gegen die Elfenbeinküste als Kapitän anführte, noch seine Münchner Mitstreiter Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger.
Auch im Tor wäre es eine Überraschung, sollte Neuer einer seiner beiden teaminternen Konkurrenten vorgezogen werden. Der Schalker war maßgeblich am EM-Gewinn der U21-Nationalmannschaft 2009 in Schweden beteiligt und gilt im Gegensatz zu Wiese und Butt als Mann mit Perspektive im DFB-Tor.
Angeblich soll auch schon feststehen, dass der Wiese zweiter Mann im WM-Tor wird und der Münchner Doublegewinner Butt, der am Donnerstag wegen einer Magen- und Darmverstimmung nicht trainieren konnte, zum dritten Mal nach 2000 (EM) und 2002 (WM) als Nummer drei zu einem großen Turnier reist.
Der 35-Jährige, der erst nach dem Ausfall von Adler in den WM-Kader gerutscht war, soll nach SID-Informationen aufgrund seiner Erfahrung in den Beratungen zwischen Löw, Torwartrainer Andreas Köpke und Assistenzcoach Hansi Flick zwischenzeitlich als Nummer eins favorisiert gewesen sein. Am Ende soll sich der Trainerstab dann aber doch für die Lösung "Jugend forscht" entschieden haben.
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