Ballacks Knöchel lässt Deutschland zittern: Dieser Tritt tut Deutschland weh
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 - 07:53Düsseldorf (RP). Michael Ballack wurde nach einem Foul von Kevin-Prince Boateng im englischen FA-Cup-Finale ausgewechselt. Seine Teilnahme an der WM ist ungewiss. Weil der Knöchel gestern dick war, kann der DFB-Kapitän erst heute eingehend untersucht werden. Erster Kandidat für seine Rolle im Mittelfeld ist wohl Sami Khedira.
Heute um 10.30 Uhr sollte Michael Ballack nach Italien fliegen, zum Trainingslager der Fußball-Nationalmannschaft auf Sizilien. Stattdessen muss der DFB-Kapitän nun erst einmal abwarten, ob seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft gefährdet ist. Eine Kernspintomografie des rechten Sprunggelenks war gestern wegen des dicken Knöchels nicht möglich. Die Untersuchung musste um 24 Stunden verschoben werden.
Nach ursprünglichen Angaben von Bundestrainer Joachim Löw soll die Kernspintomographie am Montag in London vorgenommen werden. Anschließend soll Ballack mit dem Nationalcoach telefonieren. Wie der sid erfuhr, wird der Chelsea-Star am Montag zu Untersuchungen und Behandlungen zu Nationalmannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach München fliegen. Möglicherweise wird dort auch die Kernspin durchgeführt.
Bis dahin bleibt die Ungewissheit, welche Folgen das Foul von Kevin-Prince Boateng im Finale des englischen FA-Cups zwischen dem FC Chelsea und dem FC Portsmouth (1:0) tatsächlich hat. "Im Moment haben wir noch die Hoffnung, dass er an der WM teilnehmen kann", sagte Bundestrainer Joachim Löw in Sciacca. "Sicherlich hat er große Schmerzen und ist sehr in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Auch wenn kein Band gerissen ist, wird es einige Tage dauern. Wir brauchen aber jetzt erst mal Klarheit und hoffen, dass Michael nichts an den Bändern oder an der Syndesmose hat." Wegen einer Syndesmoseverletzung konnte der Hamburger Marcell Jansen zuletzt fünf Wochen lang nicht mit dem Ball trainieren.
"Ich weiß nicht, ob es Absicht war. Ich hoffe nicht, aber es schaut natürlich ein bisschen danach aus", kommentierte Michael Ballack das Foul im Londoner Wembley-Stadion. Der Mittelfeldstar des FC Chelsea verließ kurz vor der Pause das Spielfeld, nahm aber nach dem Abpfiff an der Ehrung seiner Mannschaft als Pokalsieger teil. "Ich will niemandem Absicht unterstellen", erklärte Bundestrainer Löw, "aber es gibt da keine zwei Meinungen: Das war Rot. Boateng war ohne Chance auf den Ball." Glück hatten Löw und Bastian Schweinsteiger, Ballacks Partner im zentralen, defensiven Mittelfeld, dass ein Foul des Bremers Torsten Frings an dem Münchner im DFB-Pokalfinale ohne schwerwiegende Folgen blieb.
Bis zum ersten Gruppenspiel der DFB-Auswahl bei der WM hat Ballack noch 27 Tage Zeit. Selbst wenn er bis zur Partie gegen Australien wieder fit ist, droht er einen wichtigen Teil der Vorbereitung auf das Turnier zu verpassen, etwa den kompletten Aufenthalt im Regenerations-Trainingslager auf Sizilien (bis 21. Mai). Die Folgen eines Totalausfalls wären für die DFB-Auswahl nicht abzusehen. Michael Ballack ist der Kopf der Nationalmannschaft, mit 98 Länderspiel-Einsätzen der erfahrenste Akteur in Löws WM-Kader und der verlängerte Arm des Chefcoachs auf dem Platz. Gemeinsam mit Abwehrchef Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose bildet der 33-Jährige innerhalb des Teams die wichtige Mittelachse.
Wer müsste auf Ballacks Position spielen, sollte der Sachse bei einer oder bei mehreren Begegnungen der WM nicht zur Verfügung stehen´ Erster Kandidat ist wohl Sami Khedira. Der Stuttgarter war Kapitän der deutschen U21-Junioren, die im vergangenen Jahr bei der Endrunde in Schweden Europameister wurden. Khedira überzeugte bei dieser EM als Führungsfigur und mit einer sehr abgeklärten Spielweise, konnte im A-Team bisher allerdings nur wenig Erfahrung sammeln. Er hat erst drei Länderspiele bestritten, und keines über die volle Distanz.
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