Hitzfeld kritisiert Löw im Ballack-Streit: "Hätte mich gleich ins Flugzeug gesetzt"
zuletzt aktualisiert: 25.10.2008 - 17:52München (RPO). Ottmar Hitzfeld hat das Vorgehen von Bundestrainer Joachim Löw im Machtkampf mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack kritisiert. "Der Nationaltrainer hat sehr viel Zeit. Ich hätte mich gleich ins Flugzeug gesetzt und wäre zum Spieler geflogen, um das unter vier Augen zu besprechen und aus der Welt zu räumen", sagte der Schweizer Nationalcoach bei Premiere.
"Meine Philosophie ist immer: Wehret den Anfängen. Wenn irgendwo schon eine kleine Unstimmigkeit da ist, sollte man sofort auf das Problem zugehen und versuchen, es zu lösen", sagte der frühere Bayern-Trainer: "Sobald ein Problem öffentlich wird, wird es schwierig. Dann gibt es viele Experte und viele Meinungen. Da kann man als Trainer nur verlieren."
Er sei "gespannt, wie Jogi Löw dieses Problem lösen kann. Das ist eine schwierige Situation, weil Jogi Löw bekannt dafür ist, dass er sehr ehrlich ist und Vertrauen zu seinen Spielern aufbaut. Und nun geht Vertrauen kaputt."
Auch Hoeneß greift Bundestrainer an
Auch Bayern-Manager Uli Hoeneß pflichtete Hitzfeld bei. "Man hätte schon längst ein Flugzeug nach London nehmen können, dann wäre die Sache längst aus der Welt", sagte Hoeneß bei Premiere.
Löw hatte Ballack nach dessen Kritik zu einem Vier-Augen-Gespräch in Deutschland aufgefordert. Nachdem Ballacks Klub-Coach Luiz Felipe Scolari vom FC Chelsea die Ausreise des verletzten Spielers verweigert hat, hat Löw sich noch nicht zum weiteren Vorgehen geäußert. Er wolle sich Gedanken machen. Für Samstag war aber keine Stellungnahme geplant.
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