Nationalmannschaft: Höwedes – ein Mann für Löw
VON MARC SCHMIDT UND JAN MELCHERS - zuletzt aktualisiert: 23.12.2008 - 10:50Frankfurt/M. (RP). Der Bundestrainer schürt auf dem Weg zur WM 2010 den Konkurrenzkampf in der Nationalmannschaft. Ein Kandidat für den Einsatz beim Jahresauftakt in Düsseldorf gegen Norwegen ist der Schalker Innenverteidiger.
Fitnesstests und ein harter Konkurrenzkampf – Bundestrainer Joachim Löw zieht auf dem Weg zur Fußball-WM 2010 in Südafrika die Zügel an. „Unsere Formel für noch mehr Erfolg lautet: umso mehr Alternativen, umso mehr Konkurrenzkampf und umso mehr Qualität. Wir wollen im Gegensatz zur EM 2008 in Zukunft einfach mehr Auswahlmöglichkeiten haben“, sagte Löw.
Um den Konkurrenzkampf beim Vize-Europameister weiter zu forcieren, wird Löw voraussichtlich schon beim ersten Länderspiel gegen Norwegen am 11. Februar in Düsseldorf den einen oder anderen Neuling nominieren. Auf der Liste stehen Benedikt Höwedes von Schalke 04 und Patrick Ochs von Eintracht Frankfurt.
Zudem soll der Hoffenheimer Tobias Weis, der beim abschließenden Länderspiel im November gegen England (1:2) nicht zum Einsatz kam, gegen Norwegen sein Länderspiel-Debüt feiern.
„Er hat absolut Perspektive“
Löw hatte den 20-jährigen Höwedes bereits nach dessen Auftritt im die Hinrunde abschließenden Spitzenspiel bei der TSG Hoffenheim gelobt. „Wir sind mit seiner Entwicklung sehr zufreiden. Er hat absolut Perspektive“, sagte der Bundestrainer über den Schalker Innenverteidiger, der wie Christoph Metzelder aus der Jugend von TuS Haltern hervorgegangen ist.
Zum Stammspieler bei den Königsblauen hat es der U21-Auswahlspieler, der die Junioren mit seinem späten Treffer gegen Frankreich zur Europameisterschaft brachte, noch nicht gebracht. In Marcelo Bordon, Mladen Krstajic und Heiko Westermann hat er gestandene Konkurrenten vor sich.
Mit Blick auf die Weltmeisterschaft im übernächsten Jahr plant Löw, seinen Kreis der potenziellen Nationalspieler auf rund 35 Profis auszuweiten. Damit will der 48-Jährige verhindern, dass er bei der Nominierung seines WM-Kaders wie vor der EM 2008 Kompromisse eingehen muss.
Aufgrund des Klimas in Südafrika kann es sich der Bundestrainer bei seiner Spielerauswahl nicht mehr leisten, Profis wie Christoph Metzelder oder David Odonkor, die beinahe ohne Spielpraxis bei ihren spanischen Klubs in die EM gegangen waren, zu nominieren.
„In Zukunft wollen wir, dass die Spieler bereits in dem halben Jahr vor einem großen Turnier einen guten Rhythmus haben. Das ist in Richtung WM 2010 vor allem wegen der klimatischen Bedingungen in Südafrika wichtig. Dort wird auch in sehr großer Höhe gespielt, auf diese Bedingungen müssen alle Nationalspieler vorbereitet sein. Die Spieler müssen so fit sein, dass sie die Belastungen aushalten können“, meinte Löw.
Damit sich auch die etablierten Nationalspieler wie Kapitän Michael Ballack nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, führt Löw vor den ersten WM-Qualifikationsspielen im Jahr 2009 gegen Liechtenstein in Leipzig (28. März) und gegen Wales in Cardiff (1. April) die wenig beliebten Fitnesstests wieder ein. Aus Zeitgründen hatte Löw im EM-Jahr darauf verzichtet.
„Die Fitnesstests geben uns den körperlichen Zustand der Spieler betreffend einen guten Anhaltspunkt. Vor dem Doppelspieltag im März werden wir den Status quo der Spieler bestimmen, um unsere Daten dann mit denen der Bundesligisten zu vergleichen. Mit Hilfe der Daten können wir unsere Trainingseinheiten noch gezielter gestalten und zu einer individuellen Verbesserung der einzelnen Spieler beitragen“, erklärte Löw.
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