Nationalmannschaft: Löw beruft Boateng gegen Russland
zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 11:24München/Frankfurt (RPO). Ohne Torsten Frings und Stefan Kießling, dafür mit Neuling Jerome Boateng: Bundestrainer Joachim Löw hat am Freitag den Hamburger Abwehrspieler erstmals in das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen.
Insgesamt 24 Akteure nominierte Löw für den DFB-Kader, der von Kapitän Michael Ballack angeführt wird. Der 32 Jahre alte England-Legionär vom FC Chelsea hatte nach einer Wadenverletzung Entwarnung für das Gruppen-"Finale" auf Kunstrasen im Luschniki-Park von Moskau gegeben.
"Jerome hat in dieser Saison auf verschiedenen Positionen beim HSV eine gute Leistung geboten, ob als Innen- und Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. Darüber hinaus hat er beim EM-Titelgewinn der U21 einen starken Eindruck hinterlassen", sagte Löw zur Berufung des 21 Jahre alten Boateng. Es sei deshalb "die logische Konsequenz, dass er nun bei der Nationalmannschaft den nächsten Schritt machen soll".
Kießling und Frings nicht dabei
Zur erneuten Nichtberücksichtigung von Frings und Kießling äußerte sich Löw am Freitag nicht. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung betonte er jedoch, dass mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika noch alles offen sei. "Wenn ich jetzt einen Spieler nicht nominere, heißt das nicht, dass ich ihn gar nicht mehr nominiere. Ich schlage niemandem die Tür zu", sagte der Bundestrainer. Frings (32) selbst hatte zuletzt einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Er kämpfe weiter, sein großes Ziel sei der WM-Titel 2010.
Nach dem Ausfall von Torwart Robert Enke wegen einer Viruserkrankung rückte der Bremer Tim Wiese neben Manuel Neuer (Schalke) und Rene Adler in das Aufgebot. Löw hatte sich bereits auf den Leverkusener Adler als Nummer eins für die Spiele in Russland und gegen Finnland festgelegt.
Der Kunstrasen ruft
Abgesehen von Boateng und Wiese vertraut Löw zum Abschluss der WM-Qualifikation erneut den Akteuren, die zuletzt schon zu den Spielen gegen Aserbaidschan und Südafrika eingeladen waren. Im Sturm erhielt so erneut der Stuttgarter Cacau neben den gesetzten Mario Gomez, Miroslav Klose und Lukas Podolski den Vorzug vor Kießling, der in der bisherigen Saison durch fünf Treffer in sieben Bundesligaspielen auf sich aufmerksam machte.
Am Montag trifft sich die deutsche Nationalmannschaft in Mainz. Im Vordergrund der Vorbereitung steht für Ballack und Co. die Einstimmung auf den ungewohnten Kunstrasen-Platz. Vor dem Showdown in Moskau belegt der Vize-Europameister mit 22 Zählern Platz eins der Gruppe 4 knapp vor den Russen (21).
Mit einem Sieg gegen den großen Konkurrenten hätte sich die DFB-Auswahl direkt für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Ansonsten würde alles vom letzten Spieltag der Qualifikation abhängen, an dem die Deutschen auf Finnland und die Russen auf Aserbaidschan treffen. Als Gruppenzweiter müsste der dreimalige Welt-und Europameister dann wie bereits vor der WM 2002 gegen die Ukraine in die Playoffs der Gruppenzweiten am 14. und 18. November.
Das Aufgebot der Nationalmannschaft für die WM-Qualifikationsspiele in Russland und gegen Finnland im Überblick:
Tor: Rene Adler (Bayer Leverkusen), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)
Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04)
Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea), Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Sami Khedira (VfB Stuttgart), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen)
Angriff: Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln). (SID)
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