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  Foto: ddp, ddp
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Zukunft des Bundestrainers: Löw lässt Deutschland warten

VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 13.07.2010 - 09:43

Frankfurt/Düsseldorf (RP). Die Situation um Bundestrainer Joachim Löw erinnert an 2006. Damals vertröstete Jürgen Klinsmann die Anhänger eine Weile und erteilte DFB-Präsident Theo Zwanziger dann eine Absage.

Deutschland wollte Joachim Löw mit offenen Armen empfangen. Mitten in der Nacht waren Fans aufgestanden, um rechtzeitig am Frankfurter Flughafen zu sein. Doch sie wurden nicht vorgelassen zum Bundestrainer und zur Fußball-Nationalmannschaft, nachdem der Airbus A 380 gestern um 6.16 Uhr angekommen war.

Die Spieler und ihre Angehörigen eilten am Gate B28 über den Landungssteg gleich in den Sicherheitsbereich des Terminals 1, wo bis auf wenige Ausnahmen nur Flughafen-Mitarbeiter und die Frühaufsteher unter den Journalisten hin durften.

Allein forsche Edelfans wie die Frankfurter Oberbürgermeisterin Claudia Roth und Mercedes-Boss Dieter Zetsche erhielten gestern Morgen ihre persönlichen Erinnerungsfotos. Selbst die Gruppe Uwu Lena ("Schland") bekam keinen Zugang. Die Münsteraner musizierten auf einem entlegenen Parkplatz. Löw ließ die rund 1000 Fans am Rhein-Main-Flughafen vergeblich warten.

Keine positiven Signale

Vergeblich warten sie bislang auch auf Löws Unterschrift unter einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag. Am Tag zwei nach dem letzten WM-Auftritt sandte er keine positiven Signale aus – wie an all den Tagen zuvor. Dabei gab es zuletzt durchaus schöne Gelegenheiten, sich zur Aufgabe als Deutschlands erster Trainer zu bekennen: beim Besuch von Bundespräsident Christian Wulff im deutschen Quartier in Erasmia zum Beispiel. Doch statt einer Annäherung gab es da nur die kühle Bestätigung von Löw, dass alles offen sei.

Die Situation erinnert immer mehr an die vor vier Jahren. Nach dem dritten Platz bei der Sommermärchen-WM rief Deutschlands Fußball-Sprachrohr Franz Beckenbauer dem Trainer Jürgen Klinsmann zu: "Du musst jetzt weitermachen." Auch Verbandspräsident Theo Zwanziger setzte sich 2006 vehement für eine Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem damaligen Liebling "Klinsi" ein.

Doch selbst der Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus ("Jürgen, wäre das nicht der Augenblick, um zu sagen: Ich mache weiter?") widerstand Klinsmann. "Gebt mir noch ein paar Tage Zeit", bat der Bundestrainer die Fans bei der großen Sause am Brandenburger Tor. Drei Tage später erteilte Klinsmann Zwanziger eine Absage, scheiterte später als Vereinstrainer beim Bayern München und lieferte bei der Weltmeisterschaft 2010 als "Experte" bei RTL eine vergleichsweise schlichte Vorstellungen.

Löw hört in sich rein

Jetzt nimmt sich Löw ein paar Tage der inneren Einkehr. Und wer weiß, was dabei rauskommt? Es entsteht der Eindruck, dass es nicht allein am Geld liegen kann. Auch die Weiterbeschäftigung von Löws gesamter Crew sollte nicht mehr das Problem sein, seit Zwanziger sogar dem von ihm zuvor argwöhnisch betrachteten Teammanager Oliver Bierhoff Kränze windet.

Vielleicht legt Löw aber auch nur einfach Wert darauf, Herr des Verfahrens zu bleiben. Auf voreilige Meldungen, wie es sie in der vergangenen Woche zu seiner angeblichen Vertragsverlängerung gab, reagiert der Schwarzwälder schon einmal bockig.

So war es auch kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft, als alle Welt bereits zu wissen glaube, dass Philipp Lahm Kapitän und Manuel Neuer erster Torhüter werden würde. Die offizielle Bekanntgabe dieser Personalien zögerte Löw im Südtiroler Trainingscamp indes bis zum letzten Moment hinaus.

Eine Entscheidung über seine Zukunft muss Löw, der die Rückreise an der Seite seiner Frau Daniela in der Businessclass des Riesenflugzeugs genoss, in den kommenden zwei Wochen treffen. Egal, wie sie ausfällt: Der derzeit wohl beliebteste Deutsche bleibt noch ein Weilchen im Gespräch.

Quelle: RP

 
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