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Flucht nach Qualifikationsspiel: Löw schmeißt Kuranyi aus DFB-Team

VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 12.10.2008 - 13:45

Dortmund/Düsseldorf (RPO). Nach der Flucht von Kevin Kuranyi hat Bundestrainer Joachim Löw reagiert und den Angreifer aus der Nationalmannschaft geworfen: "So wie Kevin reagiert hat, kann ich das nicht akzeptieren und werde ihn deshalb in Zukunft nicht für die Nationalelf nominieren."

Das sagte er bei "DFB.de". Kuranyis Berater hatte sich am Morgen bereits zu dem Thema geäußert. "Kevin hat mir gesagt: 'Ich will nicht mehr diskutieren. Ich wollte nach Hause'", sagte Roger Wittmann in der DSF-Sendung "Doppelpass". Demnach hat er mit Kuranyi telefoniert und sich nach den Gründen für dessen Abschied aus dem DFB-Team informiert.

"Er hat diese Entscheidung getroffen, weil er nicht mehr den Platz in der Mannschaft sieht, den er gerne hätte", so Wittmann. Und weiter: "Kevin hat menschlich reagiert." Trotzdem gestand der Berater ein, dass er sich besser hätte verhalten können. "Aber man muss das so respektieren."

Ob Kuranyi selbst überhaupt noch für Deurschland spielen wolle, sagte Wittmann nicht. Allerdings hat sich das Thema jetzt ohnehin seitens des DFB erledigt.

Vor der Partie gegen die Russen hatte Löw am Samstagnachmittag ein Gespräch mit Kuranyi geführt und mit ihm die Gründe für seine Nicht-Nominierung gesprochen.

"Er hat seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass er nicht zum 18er-Kader gehört und in Dortmund auf der Tribüne sitzen muss." Und weiter: "Ich kann seine Enttäuschung verstehen, aber die Reaktion, die dann am Abend passiert ist, ist nicht akzeptabel und verständlich."

Löw machte klar, dass nicht immer jeder Spieler berücksichtigt werden kann. Denn "wir sind die Elite des deutschen Fußballs. Wir sind hier derzeit bei der Nationalmannschaft 20 Topleute und da werden wir Trainer immer wieder aufs Neue harte Entscheidungen treffen müssen."

Der Stürmer, der in den letzten Wochen selbst von den Schalker Fans ausgepfiffen worden war und erst vor einer Woche mit zwei Toren beim 2:2 gegen Wolfsburg wieder in die Erfolgsspur gefunden hatte, sorgte in Dortmund für einen Eklat.

Kuranyi musste das Spiel wie sein Klubkollege Jermaine Jones auf der Tribüne verfolgen und war nicht zur Rückfahrt am Mannschaftsbus erschienen. Bis zum Sonntagmorgen hat er selbst keinen Kontakt zur Mannschaftsführung aufgenommen.

Noch in der Nacht hatten zwei Bekannte des 26-Jährigen im Düsseldorfer Hilton-Hotel die persönlichen Sachen des 52-maligen Nationalspielers abgeholt.


 
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