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Von Beckenbauer bis Hoeneß: Sport-Spitzen fordern Löw-Verbleib

zuletzt aktualisiert: 14.07.2010 - 15:49

Frankfurt/Main (RPO). Die Ungewissheit schnellstmöglich beenden, den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw verlängern - das ist die immer lauter werdende Forderung der Spitzen des deutschen Sports. Denn während Löw derzeit bei Fahrrad-Touren im heimischen Schwarzwald den Kopf frei bekommen will, bereitetet die ungeklärte Situation des 50-Jährigen den Top-Funktionären starke Kopfschmerzen.

Nach "Kaiser" Franz Beckenbauer haben sich nun auch Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß und DOSB-Chef Thomas Bach in die lange Schlange derer eingereiht, die für einen Verbleib Löws plädieren.

Hoeneß befürchtet sogar ernsthafte Konsquenzen im Fall eines Abgangs von Löw. "Ich sehe wirklich die Gefahr, dass vieles kaputt gemacht wird, was in den letzten Wochen aufgebaut wurde, dass die Euphorie an den Verhandlungstischen zerstört wird. Deshalb muss es ganz einfach gelingen, dass Joachim Löw bleibt - und zwar zusammen mit seinem gesamten Team", sagte der Weltmeister von 1974 in einem Gastbeitrag für das Magazin "Stern".

Damit schloss Hoeneß neben Co-Trainer Hansi Flick auch den bei einigen Funktionären umstrittenen Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ein. Als Voraussetzung müsse der Deutsche Fußball-Bund (DFB) laut Hoeneß intern daher die Fronten klären. "Deshalb muss es auch gelingen, dass der DFB es schafft, dass Löw und Sportdirektor Matthias Sammer künftig an einem Strang ziehen", sagte der ehemalige Bayern-Manager.

Ob sich Löw von diesen Argumenten beeindrucken lässt, wird sich spätestens zum Monatsende zeigen. Bis zur DFB-Präsidiumssitzung am 30. Juli soll Klarheit über die Zukunft des Trainers, der sein Team bei der zu Ende gegangenen WM auf den dritten Platz geführt hat, herrschen. Die Gespräche zwischen dem gebürtigen Schönauer und dem DFB werden offenbar in der nächsten Woche beginnen.

Nach Ansicht von Bach sollte am Ende der Verhandlungen der Verbleib Löws stehen. "Ich glaube, dass Joachim Löw die Früchte seiner guten Arbeit ernten will. Was wir bei der WM in Südafrika gesehen haben, war doch erst der erste große Schritt beim Aufbau einer neuen Mannschaft. Das spielt sicher eine Rolle bei seinen Überlegungen", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) der Sport-Bild.

Schon am Dienstag hatte sich Beckenbauer in seiner Bild-Kolumne für Löw stark gemacht. "Die vernünftigste Lösung für den gesamten Fußball: Alle Beteiligten bleiben in ihren Ämtern und arbeiten konstruktiv zusammen", sagte der "Kaiser" und meinte weiter: "Zwischen den sportlich Verantwortlichen Löw und Sammer muss es einen engen persönlichen Draht geben, um Irritationen zu verhindern, wie es sie in der Vergangenheit um die Kompetenz für die U21 gegeben hat. Da muss man sich auch mal zusammenraufen. Das muss allen die Zukunft des deutschen Fußballs wert sein."

An der Frage des Werts von Löw und seinem Team für den DFB scheiterten allerdings schon einmal die Verhandlungen. Auch zuletzt betonte DFB-Präsident Theo Zwanziger noch einmal, dass er einem gemeinnützigen Verband vorstehe. Zwar wird es diesmal aufgrund des öffentlichen Drucks wahrscheinlich nicht am Geld scheitern, doch die Frage der Kompetenz-Verteilung steht nach wie vor im Raum. Die Lage zwischen Löw und Sammer hatte Liga-Präsident Reinhard Rauball zuletzt als "untragbar" bezeichnet. Auch das von Bierhoff geforderte Veto-Recht bei der möglichen Suche nach einem neuen Bundestrainer ist ein Stolperstein.

Quelle: SID/born

 
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