DFB-Tross in Südafrika gelandet: Toller Empfang für deutsche Hoffnungsträger
zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 - 09:58Frankfurt/Johannesburg (RPO). Die deutsche Nationalmannschaft ist am Montagmorgen in ihrem Teamhotel Velmore Grande in der Nähe von Pretoria eingetroffen und wurde dort begeistert empfangen. Schulkinder erwarteten den dreimaligen Weltmeister mit Deutschland-Fähnchen, die Hotelangestellten standen für den Tross des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Spalier und begrüßten Spieler und Begleiter lautstark mit original Vuvuzelas.
"Das war ein großartiger Empfang. Es hat sofort gezeigt, mit welcher Freude und Begeisterung die Südafrikaner die WM erwarten und dass sie alles für ihre Gäste aus aller Welt tun werden", sagte Bundestrainer Joachim Löw bei der Ankunft im Quartier.
Überpünktlich um 7.12 Uhr war zuvor der Lufthansa-Airbus 380 mit der Nationalmannschaft an Bord nach ihrem Jungfernflug in Johannesburg gelandet. Die Maschine war am Sonntagabend mit einer halbstündigen Verspätung um 21 Uhr Richtung Südafrika gestartet, weil man noch auf Pop-Superstar Shakira gewartet hatte, deren Zubringerflug aus Madrid verspätet gelandet war. Die Kolumbianerin entschuldigte sich über das Bordmikrofon und wünschte der deutschen Mannschaft unter dem Applaus der 550 Passagiere: "Viel Glück für die WM!"
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Vom Flughafen in Johannesburg hatte sich der DFB-Tross auf den Weg ins 60 Kilometer entfernte Teamhotel gemacht. Dort ist alles für die Nationalmannschaftet bereitet. Rund 40 Spezialisten kümmern sich vor Ort um das Wohl und Wehe der 23 Spieler, die am Kap der guten Hoffnung den vierten Stern nach Deutschland holen sollen.
"Der ganze Stab gehört zu unserem Team. Wir sind froh, dass wir so viele Experten in unserer Gruppe haben, die uns Trainer in unserer Arbeit unterstützen und auf deren Meinung wir sehr viel Wert legen", sagt Bundestrainer Joachim Löw, unter dessen Vorgänger Jürgen Klinsmann 2004 das engere Umfeld der Nationalelf radikal verändert und wesentlich vergrößert wurde.
"Ein Team, ein Traum, eine Einheit"
"Ein Team, ein Traum, eine Einheit", lautet nicht nur das Motto der Betreuercrew in Südafrika, auch in der Verbandszentrale an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt/Main genießt die WM in den kommenden Wochen absolute Priorität. "Der ganze DFB steht hinter dem WM-Projekt", sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach kurz vor dem Abflug in Richtung Johannesburg.
Im Mannschafts-Hotel Velmore Grande, das nach langem Hin und Her doch noch rechtzeitig die Betriebserlaubnis erhielt, haben seit Tagen Mitarbeiter der Logistik-Abteilung den Fitnessraum eingerichtet und die Players-Lounge mit Playstations und Computern vollgestellt. Sterne-Koch Holger Stromberg gehörte ebenso zum Vorkommando, um seine südafrikanische Kollegen für die kommenden Wochen einzuweisen.
Eigener Bus für die Betreuer
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) überlässt nichts dem Zufall. "1954 haben die Spieler ihre Schuhe noch selbst mitgebracht, in Malente hatten wir 1974 dann fünf Betreuer, bei unserem dritten WM-Titel 1990 dann vielleicht zehn. Heute brauchst du für die Betreuer eine eigenen Bus", sagte Franz Beckenbauer, der als ehemaligen Spieler und Teamchef die rasante Entwicklung im Umfeld der Nationalmannschaft bestens beurteilen kann.
Aufgerüstet hat die Nationalmannschaft vor allem bei der medizinischen Betreuung und im Medienbereich. Zu den Konstanten im DFB-Tross zählt Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der seit 1995 die Nationalelf begleitet. Josef Schmitt und Internist Tim Meyer zählen ebenfalls schon zum Inventar, seit 2004 kümmert sich zudem Psychologe Hans-Dieter Hermann um das seelische Befinden der Spieler.
Für die Muskeln sind die vier Physiotherapeuten Klaus Eder, der seit 1988 dabei ist, Jan Kerler, Wolfgang Bunz und Christian Huhn verantwortlich. Um den körperlichen Zustand der Spieler kümmern sich zudem der amerikanische Fitness-Guru Shad Forsythe und dessen dreiköpfige Crew.
Für die Öffentlichkeitsarbeit ist seit neun Jahren der frühere Journalist Harald Stenger als DFB-Mediendirektor verantwortlich, der nach Differenzen mit Verbandspräsident Theo Zwanziger wohl nach der WM seinen Stuhl räumen muss. In Südafrika wird der 59-Jährige jedoch wie gewohnt routiniert und humorvoll die täglichen Pressekonferenzen leiten. Ein halbes Dutzend Mitarbeiter kümmern sich insgesamt um die Pressarbeit.
Urgestein Manfred Drexler
Zu den Urgesteinen des Teams hinter dem Team zählt Manfred Drexler. Der frühere Bundesligaprofi und heutige Service-Mann von DFB-Ausrüster adidas ist seit 1985 dabei und mit den Zeugwarten Thomas Mai und Wolfgang Hochfellner dafür verantwortlich, dass bei den rund zehn Tonnen Gepäck nichts vergessen wird.
Chef des Ganzen ist Georg Behlau, der als Leiter des Büros Nationalmannschaft alles organisiert und plant. Der studierte Historiker koordiniert mit Sicherheitsexperte Helmut Spahn auch die Security für das Team. Neben den beiden eigenen Bodyguards werden bei der WM auch Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA) das deutsche Team beschützten. Wie Innenminister Thomas de Maiziere bestätigte, ist das BKA ist mit einem eigenen Verbindungsbeamten in Südafrika.
Das Team hinter dem Team:
Trainerstab: Joachim Löw (Bundestrainer), Hansi Flick (Assistent), Andreas Köpke (Torwartrainer)
Teammanager: Oliver Bierhoff
Fitnesstrainer: Shad Forsythe, Mark Verstegen, Masa Sakihana, Benjamin Kugel
Ärzte: Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Josef Schmitt, Tim Meyer
Psychologe: Hans-Dieter Hermann
Physiotherapeuten: Klaus Eder, Jan Kerler, Wolfgang Bunz, Christian Huhn
Organisation: Georg Behlau, Thomas Beheshti, Heike Dahl, Wolfgang Wirthmann
Medien: Harald Stenger, Uli Voigt, Ralf Köttker, Thomas Dohren, Sascha Leichner, Maximilian Geis
Zeugwarte/Service: Thomas Mai, Manfred Drexler, Wolfgang Hochfellner
Koch: Holger Stromberg
Scouting: Urs Siegenthaler, Christofer Clemens
Dolmetscher: Thomas Schnelker
Marketing: Justin Roß
Sicherheitsbeauftragter: Helmut Spahn
Security: Björn Borgmann, Jose Meneses sowie Experten des BKA
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