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Miroslav Klose Panorama Deutschland DFB ddp 2010
  Foto: ddp, ddp
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Klose auf Rekordjagd: Zwei Tore bis zur Unsterblichkeit

VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 04.07.2010 - 10:48

Düsseldorf/Kapstadt (RPO). Miroslav Klose hat die deutsche Nationalmannschaft in seinem 100. Länderspiel ins Halbfinale geschossen. Nach seinen WM-Toren Nummer 13 und 14 beim grandiosen 4:0 gegen Argentinien fehlen dem Münchner noch zwei Treffer, um den Brasilianer Ronaldo (15) von der Spitze der ewigen Torjägerliste zu verdrängen. Klose ist nach einer schwachen Saison bei Bayern München wieder in Topform.

Es war nicht das Jahr des Miroslav Klose. Der gebürtige Pole war bei Bayern-Trainer Louis van Gaal nicht gesetzt, stand nur zehnmal in der Startelf. In 38 Pflichtspielen erzielte Klose nur sechs Treffer, in der Bundesliga war er nur dreimal erfolgreich. Die schlechteste Quote, seitdem Klose in der höchsten deutschen Liga spielt.

Experten und Fans waren sich einig, dass ein Klose in dieser Form bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nichts zu suchen hat. Fußball-Deutschland forderte die Nominierung von Kevin Kuranyi, der mit 18 Bundesliga-Treffern ein gutes Bewerbungsschreiben abgab. Doch Bundestrainer Joachim Löw stärkte Klose den Rücken, vertraute dem Angreifer – und bekommt das bei der WM nun in Form von Toren zurückgezahlt.

Der deutsche Coach weiß, was er an dem kopfballstarken Angreifer hat. Mit sieben Treffern in acht Qualifikationsspielen schoss Klose Deutschland in die Endrunde nach Südafrika, erzielte den Siegtreffer im entscheidenden Spiel in Russland. Selbst nach einer verkorksten Spielzeit sprach Löw seinem einstigen Sorgenkind Mut zu, glaubte an die Stärken Kloses.

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Rechtzeitig zum Beginn der WM am Kap war der 32-Jährige wieder in Topform. Löw ließ Klose im Training Extraschichten schieben, arbeitete ein spezielles Fitnessprogramm für ihn aus. Trotz schwacher Leistungen in den WM-Testspielen gegen Ungarn und Bosnien war Klose gesetzt. "Wir bekommen Miro bis zur WM wieder hin", kündigte Löw vor Turnierbeginn an – und sollte recht behalten.

Im ersten Gruppenspiel gegen Australien holte sich Klose das letzte fehlende Stück Selbstvertrauen zurück, traf mit dem Kopf zum vorentscheidenden 2:0. Gegen Serbien wurde Klose mit Gelb-Rot vom Platz gestellt, nach der 0:1-Niederlage war das Achtelfinale in Gefahr.

Die Mannschaft holte ohne den gesperrten Klose einen 1:0-Erfolg gegen Ghana, im Klassiker gegen England durfte der Angreifer wieder stürmen – und erzielte den wichtigen Führungstreffer. Jetzt legte er gegen Argentinien nach. "Ich wusste, was ich kann. Ich wusste immer, dass ich auf den Punkt fit bin. Ich wollte es nur mir beweisen", sagte Klose nach dem Einzug ins Halbfinale.

Es liegt nicht nur an der wieder gewonnenen Fitness, dass Klose aufblüht. Der Münchner fühlt sich im Kreis der Nationalmannschaft wohl, weiß hier um seinen Stellenwert. Bei Pressekonferenzen sorgt der sonst eher schüchterne Angreifer für Lacher bei den anwesenden Journalisten, wirkt gelöst.

Mit der neuen breiten Brust formulierte Klose vor dem Argentinien-Spiel seine Ziele. "Ich will wie 2002 und 2006 auch bei dieser WM wieder fünf Tore erzielen", sagte Klose. Vier hat er bereits. Noch zwei fehlen ihm bis zur Unsterblichkeit.


 
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