Weltmeisterschaft in Südafrika: Irland attackiert Fußball-Boss Blatter
zuletzt aktualisiert: 02.12.2009 - 15:29Kapstadt (RPO). Die Idee war schon verrückt genug – und die Iren haben dies nun eingesehen. Der Fußball-Verband FAI will sein Team nicht mehr als 33. Teilnehmer zur WM 2010 nach Südafrika schicken und hat FIFA-Präsident Joseph S. Blatter Indiskretion vorgeworfen.
"Herr Blatter hat unser Anliegen öffentlich gemacht, obwohl er versichert hatte, dass es vertraulich behandelt wird. Das Anliegen wurde nie offiziell an die FIFA gerichtet, es war nur Teil einer Diskussion mit dem Weltverband", ließ die FAI am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme verlauten.
Die FAI hatte nach dem umstrittenen Qualifikations-Aus in den Play-off-Spielen gegen Frankreich angeregt, als 33. Land an der WM-Endrunde teilnehmen zu dürfen. Weltverbands-Boss Blatter erklärte daraufhin, er werde das Anliegen an das FIFA-Exekutivkomitee, das am Mittwoch in Kapstadt zusammentraf, weiterleiten. Auf dieses Angebot haben die Iren unterdessen verzichtet. "Wir haben darum gebeten, dass dieses Thema von der Tagesordnung gestrichen wird", erklärte die FAI.
Die Iren hatten ihre Bestrebungen darauf gestützt, dass sie gegen die Franzosen vor knapp zwei Wochen nur aufgrund eines von Schiedsrichter Martin Hansson unbemerkten Handspiels von Thierry Henry, in dessen Folge William Gallas das entscheidende 1:1 erzielte, ausgeschieden seien. Mit zwei Anträgen auf Wiederholung des Spiels waren die Iren erfolglos geblieben.
Nun wollen die Iren darauf pochen, dass solche Fehlentscheidungen zukünftig verhindert werden. Deshalb fordert die FAI die Zulassung des Videobeweises und den Einsatz zusätzlicher Schiedsrichter.
Diese Forderung wurde mit einem weiteren Seitenhieb gegen Blatter, der zuletzt Verständnis für Henry geäußert hatte, verbunden: "Anstatt Aufmerksamkeit zu suchen, würden wir es lieber sehen, wenn Herr Blatter die Möglichkeit nutzt, um die Dinge anzusprechen, die dem Fußball weltweit weiterhelfen würden. Für einen Mann in Blatters Position ist es unpassend, mit jemandem zu sympathisieren, der ein Tor durch Betrug ermöglicht hat."
Unterdessen hat die Disziplinarkommission der FIFA ein Verfahren gegen Thierry Henry eröffnet. Außerdem erklärte Blatter, dass Untersuchungen zum WM-Qualifikationsspiel Ägypten gegen Algerien eingeleitet werden, nachdem einige algerische Spieler durch Steinwürfe von Krawallmachern auf den Mannschaftsbus Algeriens vor Spielbeginn verletzt wurden.
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