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  Foto: AFP, AFP
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Frankreich: Spott für Ribery und Kritik von Zidane

zuletzt aktualisiert: 15.06.2010 - 13:39

Knysna (RPO). Hohn und Spott für Bayern-Star Franck Ribery sowie ein Rundumschlag von Zinedine Zidane: Die Kritik früherer Heroen hat bei Vize-Weltmeister Frankreich für zusätzliche Unruhe gesorgt. Auch vor ihrem zweiten Spiel bei der WM in Südafrika am Donnerstag in Polokwane gegen Mexiko schlagen die Wellen bei der Equipe Tricolore hoch.

Ribery bekam sein Fett von der früheren Sturm-Legende Just Fontaine weg. "Ribery? Da hat jemand irgendwann einmal Mist gemacht und behauptet, dass er das Hirn des Teams sei. Und er hat es geglaubt. Er umdribbelt sieben, der achte nimmt ihm den Ball ab", schrieb der 76-Jährige in seiner Kolumne der Zeitung "La Depeche du Midi". Fontaine erzielte 1958 bei der WM 13 Tore, sein Wort hat in der Grande Nation weiter Gewicht.

Zidanes Abrechnung

Weltmeister Zidane holte gleich zur großen Generalabrechnung mit Nationaltrainer Raymond Domenech und der ganzen Mannschaft aus. Domenech sei kein Trainer, sondern eher ein Spieler-Auswähler, sagte der 37-Jährige, der seine Karriere nach dem verlorenen WM-Finale 2006 in Berlin gegen Italien beendet hatte. Im Endspiel hatte Zizou nach einem Kopfstoß Marco Materazzi die Rote Karte gesehen. Zidanes Forderung ist unmissverständlich: "Die Spieler müssen sich zusammenreißen und ihre Egos beiseitelegen."

Doch gerade die Streitigkeiten und Personaldebatten halten die Grande Nation in Atem. So sollen Ribery und Stürmer Nicolas Anelka ihren Teamkollegen Yoann Gourcuff zum Auftakt bei der Nullnummer gegen Uruguay bewusst geschnitten haben. Der frühere Nationalspieler und Bayern-Profi Bixente Lizarazu kritisierte wiederum Gourcuff: "Vielleicht kam sein Aufstieg zu schnell."

Auch außerhalb des Platzes erlaubte sich die Equipe Tricolore einen Fehltritt und sorgte für einen politischen Eklat. Vor dem Besuch eines Townships nahe dem Mannschaftsquartier in Knysna hatte sich das Team gegen ein Treffen mit der Staatssekretärin für Sport, Rama Yade, ausgesprochen. Die Abfuhr war eine Retourkutsche, weil Yade zuvor Kritik an der Auswahl des Luxus-Quartiers der Franzosen geäußert hatte.

"Nur Tratsch von außen"

Domenech will vom Theater hinter den Kulissen und teaminternen Problemen nach wie vor nichts wissen. "Das ist alles nur Tratsch von außen", wiederholte der höchst umstrittene Coach gebetsmühlenartig.

Fakt sind die Probleme im Angriff. In diesem Jahr erzielten die Franzosen in fünf Spielen ganze vier Treffer. Der beste Torschütze ist Abwehrspieler William Gallas vom FC Arsenal - und dessen Einsatz gegen Mexiko ist wegen Muskelbeschwerden fraglich. Vielleicht wird Domenech umdenken und Rekord-Torjäger Thierry Henry zurück in die Startelf holen.

Quelle: SID/can

 
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