Entscheidende Phase der WM-Quali: Wer jubelt schon, wer zittert noch?
VON RALF GROSCHOPP - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009 - 14:49Düsseldorf (RPO). Die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika geht in ihre entscheidende Phase. 202 Teams aus den sechs Kontinental-Konföderationen des Weltverbandes Fifa wollten sich einen Platz bei der ersten WM-Endrunde auf dem afrikanischen Kontinent sichern. 31 Mannschaften dürfen neben Gastgeber Südafrika an den Start gehen. Während in manchen Ländern schon gejubelt wird, hat andernorts das große Zittern begonnen. Wir geben Ihnen einen Überblick über den Kampf um die WM-Tickets in Europa.
Zwei Spieltage vor dem Ende der Qualifikation in Europa lichtet sich das Feld der Kandidaten. Drei Teams haben sich ihre Teilnahme vorzeitig gesichert - Europameister Spanien, das Fußball-Mutterland England und die starken Niederländer können bereits ihr Quartier für die WM buchen und haben sich aller Sorgen entledigt. Andere große Fußballnationen wie Frankreich oder Portugal müssen bis zur letzten Sekunde bangen.
Vor allem die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo haben bisher enttäuscht. Nur ein Endspurt an den letzten zwei Spieltagen kann das Team von Trainer Carlos Queiroz vor einer unglaublichen Blamage bewahren. Dabei sind Ronaldo, Deco & Co. auch noch auf die Schützenhilfe anderer Teams angewiesen, wollen sie den derzeit zweitplazierten Schweden noch in die weltmeisterliche Suppe spucken.
Die Gruppe 4 lebt vom Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Deutschland und Russland. Am vorletzten Spieltag der Gruppe kommt es zum großen Showdown der beiden Kontrahenten. Bei einem Sieg wäre die DFB-Elf sicher in Südafrika dabei. Bei einer Niederlage droht der Gang durch die Ehrenrunde.
Die Franzosen wollen über die Relegationsspiele der besten Gruppenzweiten gerade noch einmal die Kurve kriegen. Bei der "Equipe Tricolore" steht Coach Raymond Domenech seit Jahren unter Dauerbeschuss der Öffentlichkeit. Die jüngst öffentlich an ihm geäußerte Kritik seines Superstars Thierry Henry zeigt, dass die Nerven beim Weltmeister von 1998 blank liegen.
Die Tschechen müssen sich wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass sie im kommenden Sommer nur als Fernsehzuschauer an der WM teilnehmen. Dort scheint die "goldene Generation" um Pavel Nedved endgültig der Vergangenheit anzugehören. Die Türkei droht zum zweiten Mal in Folge eine WM-Endrunde zu verpassen. Statt dem Team von Trainer Fatih Terim sichert sich wohl Bosnien-Herzegowina einen Platz in den Entscheidungsspielen.
Die Ukraine hat ein Spiel weniger absolviert als die Kroaten und kann ebenso auf die Play-offs hoffen. Bei zwei Siegen in den abschließenden Spielen der Gruppe 6 würden sich das Team um Andre Woronin auf den zweiten Tabellenplatz schieben und den WM-Traum der Kroaten zerstören, die bei der 1:5-Niederlage in England eine desaströse Leistung boten.
Doch nicht nur in Europa, auch auf anderen Kontinenten bangt die ein oder andere große Fußball-Nation um die Fahrkarte zur Weltmeisterschaft. Allen voran Diego Maradona und die Nationalelf von Argentinien stehen nach dem Trauma von Paraguay vor einer historischen Pleite. Dem zweimaligen Weltmeister droht der Gang in die Relegation und im schlimmsten Falle das direkte Ausscheiden aus der Qualifikation in Südamerika.
In Afrika machen sich die Tunesier daran, die favorisierten "Super Eagles" aus Nigeria aus dem Rennen zu werfen. Der amtierende Afrika-Meister Ägypten könnte am Ende den Kürzeren gegenüber den Algeriern ziehen.
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