Spießrutenlauf in Italien: WM-Coach Lippi bei Landurlaub beschimpft
zuletzt aktualisiert: 02.07.2010 - 12:10Rom (RPO). Nach dem Debakel bei der Fußball-WM in Südafrika erlebt der ehemalige italienische Nationaltrainer Marcello Lippi offenbar selbst in seinem Urlaub einen wahren Spießrutenlauf.
Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" wurde der 62-Jährige mit Hohn und Spott überschüttet, als er am Mittwoch mit seiner 15 Meter lange Jacht auf der Insel Giglio vor der Küste der Toskana in den Hafen einfuhr. Dasselbe widerfuhr Lippi, als er wenige Stunden später auf der Insel Elba vor Anker ging.
Lippi hatte Italien 2006 in Deutschland zum WM-Titel geführt und hatte danach sein Amt zur Verfügung gestellt. Nach der EURO 2008 kehrte er zurück, scheiterte mit der Squadra Azzurra in Südafrika aber in der Gruppenphase. Cesare Prandelli, der schon vor WM-Beginn auserkoren wurde, wurde am Donnerstag als sein Nachfolger vorgestellt.
Cesare Prandelli optimistisch
Italiens neuer Fußball-Nationaltrainer Cesare Prandelli geht derweil mit einer gehörigen Portion Optimismus an seine anspruchsvolle Aufgabe heran. "Ich denke nicht an die Schwierigkeiten, die vor mir stehen. Ich will mit Entschlossenheit und großer Demut an einer Nationalmannschaft mit Spielern von Qualität arbeiten, die es in Italien gibt", sagte Prandelli bei seiner offiziellen Vorstellung als Coach der Squadra Azzurra am Donnerstag in Rom.
"Ich werde nur Spieler ins Kader einberufen, die es verdienen. Es gilt das Leistungsprinzip", äußerte Prandelli, der seinen bei der WM in Südafrika in der Vorrunde gescheiterten Vorgänger Marcello Lippi in Schutz nahm: "Lippi ist ein Weltmeister, und er muss respektiert werden."
Der Ex-Coach des AC Florenz äußerte zudem die Hoffnung, dass der an einem Bandscheibenvorfall leidende Torhüter Gianluigi Buffon die Rolle des Kapitäns übernehmen kann, die Fabio Cannavaro nach dem WM-Aus der Azzurri abgelegt hatte. "Ich hoffe, dass Buffon bei der nächsten Europameisterschaft Kapitän der Nationalmannschaft sein wird. Ich denke schon an die EM. Wenn wir frühzeitig planen, können wir viel leisten", sagte Prandelli.
Eine Rückkehr von Francesco Totti vom AS Rom schloss er aus. "Obwohl ich ihn sehr schätze, denke ich nicht an Tottis Comeback", betonte Prandelli, der sein Debüt als Nationalcoach am 10. August beim Länderspiel der Italiener gegen die Elfenbeinküste in London feiert.
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