Kommentar zur WM-Quali: Deutschland erfüllt seine Pflichten
VON CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 16.10.2008 - 08:49Mönchengladbach (RPO). 2:1 gegen Russland, 1:0 gegen Wales - hört sich eng an, ist aber viel drin. Vor allem sechs Punkte, die Tabellenführung in der WM-Qualifikationsgruppe 4 und bei genauerem Hinsehen auch spielerische Glanzpunkte.
Die erste Halbzeit gegen die alles andere als untalentierten Russen am vergangenen Samstag erinnerte vom Stil her an die Glanzzeiten der WM 2006. Direktes, offensives Spiel, wunderschöne Kombinationen über die Flügel und Traumtore. Sicher eine der besten Halbzeiten in der Ära Jogi Löw.
Nach dem Wechsel lief es nicht mehr so rund, ein wenig Glück brauchte es auch, aber letztlich holte das DFB-Team den Sieg, der sich in der Abrechnung als der wichtigste erweisen könnte. Russland ist sicher der stärkste Widersacher im Kampf um die direkte WM-Qualifikation (Der Gruppensieger ist durch, Platz zwei in berechtigt "nur" zur Relegation).
Der Auftritt gegen Wales verlief holpriger. Aber auch in diesem Spiel ging es zu allererst um das Resultat. Die Deutschen blieben geduldig, legten in der zweiten Halbzeit zu und erspielten sich mehr als ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen. Ein Fernschuss von Piotr Trochowski belohnte das deutsche Team (hier kommen Sie zum Spielbericht).
Und ganz nebenbei hat der Bundestrainer zwei unglückliche Ereignisse gut überbrückt. Die schwere Verletzung von Robert Enke nutzte Löw, um Rene Adler als neue Nummer eins zu installieren. Er wird sich noch zeit lassen, mit der Festlegung. Doch die jüngsten beiden Partien haben bewiesen: Der Leverkusener Schlussmann ist trotz seiner Jugend Deutschlands bester Torwart und besitzt darüber hinaus weiteres Potenzial.
Kevin Kuranyi hat sich nach nur 45 Minuten für immer von der Nationalmannschaft verabschiedet. In Anbetracht der Alternative Patrick Helmes zumindest in dieser Phase ein zu verschmerzender sportlicher Verlust.
Dass Torsten Frings einen Großteil der Spielzeit auf der Bank verbracht hat, mag für manche ein Problem darstellen. Die Wahrheit aber ist: Löw hat Alternativen für nahezu alle Positionen, erst recht im defensiven Mittelfeld.
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