Sky zögert noch: Die Fußball-WM wird auch in 3D übertragen
VON LUDWIG JOVANOVIC UND CHRISTIAN KURTH - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 15:28Düsseldorf (RP). Bis zu 25 Spiele der Fußball-WM in Südafrika wird der japanische Elektronikkonzern Sony mit speziellen Kameras in 3D aufzeichnen und zeigen. Bei öffentlichen Großübertragungen, Public Viewing, unter anderem in Berlin. Damit möchte Sony Werbung machen für die neue Technologie, auf die der US-Sportsender ESPN bereits setzt: Noch in diesem Jahr möchte er mit einem 3D-Kanal starten.
Auch die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) sind davon überzeugt, dass sich die Technik etablieren wird. Sie schätzen, dass bis 2014 etwa 15 Prozent aller Kinofilme in die dritte Dimension vorstoßen werden.
Unrealistisch erscheint das nicht: Das US-Studio Warner Bros. beispielsweise hat nun angekündigt, einige Filme später ins Kino zu bringen – um sie zu überarbeiten und auch in 3D zeigen zu können. Darunter fallen unter anderem die nächsten beiden Harry-Potter-Filme.
Zum Durchbruch fürs Fernsehen könnte es dagegen laut PwC bereits 2012 kommen – mit den Olympischen Spielen in London. Und die Marktforscher von "DisplaySearch" erwarten, dass der Markt für entsprechende Geräte von 200.000 im Jahr 2009 auf 64 Millionen in 2018 wachsen wird.
Auf diesen Trend setzt auch der koreanische Hersteller Samsung. Er hat bereits Ende Januar verkündet, mit der Massenproduktion von Fernsehern zu starten, die ein Bild zum Anfassen bieten. Allerdings geht PwC davon aus, dass die klassische zweidimensionale Filmtechnik weiterhin der Standard bleiben wird – vor allem aufgrund der deutlich höheren Produktionskosten für 3D-Filme.
Sky plant vorerst ohne 3D
Der deutsche Bezahlsender Sky beschäftigt sich zwar mit dem Thema, aber vorerst ist kein Einstieg in die 3D-Technologie geplant. Unternehmens-Sprecher Michael Jachan sagte unserer Redaktion, es sei eine sehr interessante Entwicklung und man prüfe die Gegebenheiten. Doch derzeit sei 3D noch nicht angedacht.
"Es ist toll, was unsere Kollegen in Großbritannien auf die Beine stellen. Davon können wir auf lange Sicht nur profitiern", erklärte Jachan, der einen 3D-Test im Laufe des Jahres nicht ausschloss.
Sorgen dürften dem deutschen Ableger allerdings die nicht unerheblichen Kosten einer 3D-Einführung bereiten, schließlich sind peilen die Münchner in den kommenden Jahren schwarze Zahlen an. Ein ohnehin schwieriges Unterfangen.
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