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Drogba Elfenbeinküste panorama afp 2009
  Foto: AFP, AFP
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Fußball-Volksheld der Elfenbeinküste: Drogba: Superstar mit Skandalen

zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 - 16:37

Düsseldorf (RPO). Manchmal geht das Temprament mit Didier Drogba vollends durch. Der Stürmerstar vom FC Chelsea, der am Mittwoch mit der Elfenbeinküste auf Deutschland trifft, weiß das nur zu genau. Sorgt er nicht mit Weltklasse-Leistungen für Aufmerksamkeit, dann kommt er oft durch Skandale in die Schlagzeilen.

"Ich bin kein schlechter Kerl. Aber manchmal geht die Leidenschaft mit mir durch", erklärt der 31-Jährige: "Ich bin eben sehr emotional. Warum, weiß ich selbst nicht. Meine Eltern sind sehr ruhige Leute, und ich bin es privat eigentlich auch. Aber auf dem Platz bin ich eben anders. Manchmal sehe ich Videos von mir und denke: 'Das habe ich wirklich getan?'"

Münzwurf und Ohrfeige

Doch die Liste seiner Verfehlungen, gerade in den letzten Monaten, ist lang. Im Champions-League-Endspiel 2008 gegen Manchester United flog er vom Platz, weil er Nemanja Vidic ohrfeigte. Im November 2008 schleuderte er im Ligapokal-Spiel gegen Zweitligist FC Burnley eine von den Rängen geworfene Münze zurück in den Gästeblock und zeigte den Fans den Mittelfinger.

Nach dem Champions-League-Halbfinale 2009 gegen den FC Barcelona am 7. Mai diesen Jahres attackierte er Schiedsrichter Tom Henning Övrebö massiv und fluchte von den TV-Kameras eingefangen derart unflätig, dass ihn die Europäische Fußball-Union (Uefa) für drei Spiele sperrte.

Dieses Ereignis hat bei Drogba nach eigener Auskunft aber ein Umdenken bewirkt. Sohn Isaac gab er das Versprechen "so etwas nie wieder zu tun". Der Achtjährige habe das Spiel gemeinsam mit seinen Freunden im Fernsehen verfolgt "und er war verwirrt von meinem Verhalten. Er kam zu mir und sagte: 'Papa, du hättest zwar wirklich einige Elfmeter kriegen müssen. Aber was du mit dem Schiedsrichter gemacht hast, war nicht in Ordnung."

Auch die Menschen in der Elfenbeinküste schütteln manchmal fassungslos den Kopf, wenn sie solche Bilder sehen. Denn für sie ist Drogba nicht nur ein Volksheld, sondern fast schon ein Samariter. Er hat eine eigene Stiftung, setzt sich als UN-Goodwill-Botschafter für Aids-Projekte ein und veranlasste erst vor wenigen Tagen für seine komplette Gage aus einem Werbevertrag (drei Millionen Euro) den Bau eines Krankenhauses in seinem Heimatland.

Und sportlich ist Drogba sowieso über jeden Zweifel erhaben. Angeblich verdient er 117.000 Euro pro Woche und gilt im Starensemble um den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack, John Terry oder Frank Lampard als der am wenigsten zu ersetzende Spieler Chelseas. Mit neun Toren ist Afrikas Fußballer des Jahres 2006 derzeit die Nummer zwei in der Torschützenliste der Premier League, in der Champions League schoss er beim Comeback nach abgelaufener Sperre direkt zwei Tore beim 2:2 gegen Atletico Madrid.

Drogba liebt die große Bühne und deshalb will er gegen Deutschland auch unbedingt dabei sein, obwohl er am Samstag gegen Guinea wegen einer Rippenblessur fehlte.

Und auch für die Elfenbeinküste ist das Kraftpaket unverzichtbar. Im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Malawi sollte er eigentlich geschont werden. Beim Stande von 0:1 wurde er eingewechselt und sicherte mit seinem Tor zum 1:1 das WM-Ticket. Dort gilt er als einer der Anwärter auf die Rolle des Superstars - vorausgesetzt er hat sein Temperament im Griff.

Quelle: SID/rl

 
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