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Diego Forlan Panorama afp 2010 WM Uruguay
  Foto: AFP, AFP
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WM-Kolumne: Holland muss nur auf Forlan achten

VON RAINER BONHOF - zuletzt aktualisiert: 06.07.2010 - 14:19

Düsseldorf (RP). Im ersten Halbfinale der Weltmeisterschaft sind die Rollen klar verteilt. Uruguay, als letzter der lateinamerikanischen Starter noch im Rennen, hat sich mit guter Abwehr, Zusammenhalt und dem nötigen Losglück durchgespielt. Die Südamerikaner sind der Außenseiter.

Holland hat eher bedächtig angefangen, kommt aber immer besser ins Rollen und ist der Favorit. Dafür bürgt schon die ungeheuer starke Offensive. Da hat Trainer Bert van Marwijk wirklich die Qual der Wahl. Im Augenblick bilden van Persie, Robben, Kuyt und Sneijder die vordere Formation – schon für die Hälfte von Spielern dieser Klasse wären andere Trainer dankbar.

Holland ist nicht nur vorn ganz hervorragend. Die Mannschaft hat auch gelernt, defensiv gut zu stehen. Obwohl die Spieler in der eigentlichen Verteidigung keine Weltklasse haben, verteidigt die Mannschaft als Team sehr gut. Das liegt in erster Linie an Mark van Bommel im defensiven Mittelfeld, der ohne seinen Partner Nigel de Jong auskommen muss.

Info
Unser Kolumnist wurde als Spieler 1974 Weltmeister und betreute als Trainer-Assistent von Berti Vogts die Nationalmannschaft. Bonhof (58) spielte in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln und Hertha BSC Berlin, in Spanien für den FC Valencia. Er gewann Deutsche Meistertitel, den DFB-Pokal, den spanischen Pokal und den Europapokal der Pokalsieger.

Van Bommel wird es aber auch mit einem anderen Mann an seiner Seite gelingen, den Gegner aus der gefährlichen Zone herauszuhalten. Das strategische Spiel im Raum beherrscht er sowieso, und er erkennt sehr schnell die Situationen, in denen es nach vorn gehen muss.

Gegen Uruguay wird er sich besonderns mit Diego Forlán beschäftigen müssen. Der war schon in den zurückliegenden Begegnungen der Alleinunterhalter im offensiven Mittelfeld und im Angriff. Und weil ihm nun Suarez im Sturm als Anspielpartner fehlt (er hatte wegen seiner Handabwehr auf der Linie gegen Ghana Rot gesehen), muss Forlán es nun wirklich allein reißen.

Ganz chancenlos ist sein Team nicht. Denn Forlán hat bewiesen, wie gefährlich er als Einzelkämpfer sein kann. Er hat einen sehr präzisen Schuss, sucht konsequent den Abschluss und gibt in jedem Spiel läuferisch alles. Wenn die holländische Abwehrreihe ihn an die Kette legen kann, hat sie den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Sie wird von den immer auf Abwehr spielenden „Urus“ auf jeden Fall die größeren Spielanteile überlassen bekommen.

Und dann wird sich wahrscheinlich die hohe individuelle Klasse der Offensivkräfte durchsetzen. Holland wird wie unsere Mannschaft versuchen, ein gutes Passspiel aufzuziehen. Wenn es van Marwijk dann noch gelingt, seinen Jungs jeden Übermut auszutreiben, werden die Holländer das Finale erreichen. Am besten gegen unsere Elf, das wäre ein Traum.

Quelle: RP

 
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