Weil es in Katar zu heiß ist: Platini pocht auf Winter-WM 2022
zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 13:15Paris (RPO). Uefa-Präsident Michel Platini hat seine Forderung erneuert, die WM 2022 wegen der großen Sommerhitze in Katar im Winter auszutragen. In einem Interview mit dem Daily Telegraph sagte der Franzose: "Wo steht geschrieben, dass die Weltmeisterschaft immer im Juni ausgetragen werden muss? Ich sehe kein Problem damit, im Dezember zu spielen."
Mit seinen Aussagen geht Platini auf direkten Konfrontationskurs mit Fifa-Präsident Joseph S. Blatter. Der Schweizer hatte zu Beginn der Woche noch einmal ausdrücklich betont: "Die Fifa hat die WM unter der Voraussetzung vergeben, dass im Juni und Juli gespielt wird. Wenn daran etwas geändert werden sollte, müsste Katar eine Anfrage an die Fifa richten. Diese Anfrage gibt es nicht."
Platini, der als heißer Kandidat auf die Blatter-Nachfolge gehandelt wird, denkt bei seinen Winter-Plänen vor allem an Spieler und Fans: "Wie können wir nach Südafrika, wo es am Nachmittag null Grad waren, von Spielern und Fans erwarten, jetzt in ein Land zu reisen, wo es im Juli 50 oder 60 Grad sind? Ich denke, die beste Zeit zu spielen, ist im Winter."
Platini will bis 2015 im Amt bleiben
Unterdessen will Platini will bis 2015 Uefa-Präsident bleiben und nicht schon vorher den umstrittenen Blatter als Fifa-Boss ablösen. "Ich bin für vier Jahre gewählt worden und ich erfülle immer meine Verträge", sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union der Zeitung. Der frühere französische Nationalspieler wurde 2011 für vier Jahre in seinem Amt bestätigt.
Allgemein wird erwartet, dass Platini spätestens in drei Jahren Blatter als Chef des Weltverbandes ablösen und von Nyon nach Zürich umziehen wird. Zuletzt mehrten sich allerdings Spekulationen über einen früheren Wechsel Platinis von der Uefa- an die Fifa-Spitze.
"Ich weiß nicht, was ich in vier Jahren machen werde, aber ich möchte klarstellen, dass ich die Fifa immer verteidigen werde und dass ich den Präsidenten der Fifa immer verteidigen werde. Er hat gesagt, dass er 2015 aufhören will und ich werde versuchen, ihm zu helfen, dass er seine Amtszeit gut zu Ende bringt", sagte Platini.
Unter der Führung des 75 Jahre alten Schweizers war die Fifa im vergangenen Jahr wegen zahlreicher Korruptionsfälle in die schlimmste Krise ihrer Geschichte gerutscht. "Manchmal bin ich mit Blatter einer Meinung, manchmal nicht. Aber ich arbeite seit langer Zeit mit ihm zusammen, weil er ehrlich ist. Er ist nicht korrupt", sagte Platini.
"Vielleicht sind einige Leute rund um die Fifa korrupt, aber Blatter ist ehrlich. Vielleicht gefällt manchen die Art und Weise, wie er Entscheidungen fällt, nicht, aber er ist ehrlich, zu 200 Prozent", beteuerte der Franzose.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







