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WM-Porträt: Südafrika: "Bafana Bafana" setzt auf Geheimwaffe

zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 - 11:34

Johannesburg (RPO). Mit 90.000 Vuvuzelas im Rücken und einem Trainer-Fuchs auf der Bank will Südafrika bei der Fußball-WM 2010 in der Gruppenphase ein Debakel verhindern. "Wir haben uns vorbereitet, als ginge es in den Krieg. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das erreichen, was alle von uns erwarten. Das erste Ziel ist der Sprung in das Achtelfinale. Danach ist der Himmel die Grenze", sagte Südafrikas Coach Carlos Alberto Parreira, der sein Team im April rund drei Wochen im fränkischen Herzogenaurach auf die WM im eigenen Land vorbereitete.

Der Druck auf "Bafana Bafana" ist enorm. Noch nie scheiterte ein Gastgeber in der Vorrunde, und bei der ersten Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent will sich das Heimteam natürlich von der besten Seite zeigen. Doch die Leistungen der Südafrikaner in den Testspielen sorgten am Kap der guten Hoffnung zuletzt kaum für WM-Euphorie.

Der brasilianische Coach Parreira, 1994 mit der Selecao Weltmeister, war schon froh, dass seine Mannschaft zum Ende des Trainingslagers in Deutschland zumindest Jamaika schlug (2:0) und sogar zweimal das Tor traf. Denn die Abschlussschwäche ist das größte Manko der spielfreudigen Südafrikaner.

Der Einzug in das WM-Achtelfinale wäre für Südafrika eine Premiere und eine große Überraschung zugleich. Denn Südafrikas Nationalteam verpasste bei seinen bisherigen WM-Teilnahmen 1998 in Frankreich und 2002 in Südkorea und Japan jeweils die Qualifikation für die Runde der letzten 16. Für die WM in Deutschland hatte sich Südafrika erst gar nicht qualifiziert.

Doch mit Hilfe des ohrenbetäubenden "12. Mann" will Südafrika nun zu einem sportlichen Höhenflug ansetzen. "Wir spielen mit 90. 000 Vuvuzelas gegen Mexiko. Das wird in der Vorrunde eine unserer stärksten Waffen sein. Ich bin gespannt, wie unser erster Gegner damit umgeht", sagte Südafrikas Nationalkeeper Moeneeb Josephs, der gegen den Bielefelder Rowen Fernandez um den Stammplatz im Tor kämpft. Nach dem Auftakt gegen Mexiko treffen die Gastgeber auf Uruguay (16. Juni) und Vizeweltmeister Frankreich (22. Juni).

Für Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma geht die Party derweil erst dann los, wenn die Gastgeber Weltmeister werden. "Der WM-Pokal kommt erstmals in der Geschichte nach Afrika. Und wir in Südafrika werden es ihm nicht erlauben, das Land wieder zu verlassen. Bafana Bafana absolviert derzeit eine überragende Vorbereitung, damit der WM-Pokal in Südafrika bleibt", meinte Zuma.

Dass mit den Südafrikanern als Gastgeber bei der WM zu rechnen ist, bewies das Team beim Confed Cup im vergangenen Jahr. Da zog "Bafana Bafana" ins Halbfinale ein und musste sich im Spiel um Platz drei Europameister Spanien nur knapp geschlagen geben. Allerdings sorgten die letzten Auftritte der Südafrikaner bis auf das Spiel gegen Jamaika in Offenbach für wenig Zuversicht.

"Man darf die Südafrikaner aber trotzdem nicht unterschätzen", sagte Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer: "Ein wunderbares Finale Südafrika gegen Deutschland wäre eine tolle Sache." Die Steilvorlage nahm Parreira direkt auf: "Ich hoffe, dass sich Franz Beckenbauers Wunsch für das WM-Finale erfüllt."

Quelle: SID/chk

 
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