WM-Porträt: Ghana: Die "Schwarzen Sterne" wollen funkeln
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 16:27Accra (RPO). Ghana wird sich vor allem im letzten Vorrundenspiel der WM in Südafrika gegen Deutschland warm anziehen müssen. Denn in Kevin Boateng hat der Afrika-Vizemeister nach dem rüden Tritt gegen Michael Ballack und dessen WM-Aus den Buhmann der deutschen Fußball-Nation in den eigenen Reihen. Dabei muss Ghana selbst um seinen verletzten Superstar Michael Essien bangen.
Essien laboriert an einer Knieverletzung. Der 27-Jährige steht zwar im vorläufigen WM-Kader der Black Stars, will aber kein Risiko eingehen. "Wenn ich es noch bis zur WM schaffe, ist es gut. Aber wenn nicht, habe ich noch meine gesamte Karriere vor mir - und das ist mir wichtiger", sagte der Mittelfeldspieler vom englischen Double-Gewinner FC Chelsea, dem wie Teamkollege Ballack bei der WM die Zuschauerrolle droht.
Essien gilt als das Herz von Ghanas Mannschaft, sein Ausfall wäre ein schwerer Rückschlag. 2006 bei der WM-Endrunde in Deutschland war Essien beim 0:3 im Achtelfinale gegen Brasilien gesperrt und musste das Aus von der Dortmunder Tribüne aus verfolgen.
Dabei hat sich Ghana beim "Heimspiel" auf dem schwarzen Kontinent viel vorgenommen. Als drittes Team aus Afrika nach Kamerun 1990 und Senegal 2002 will die Mannschaft des serbischen Nationaltrainers Milovan Rajevac zumindest bis ins Viertelfinale vorstoßen.
"Meine Spieler haben die Qualität, um bei der WM weit zu kommen", sagte Rajevac und ist von einem guten Abschneiden überzeugt. Der 55-Jährige kam im August 2008 für den Franzosen Claude Le Roy und wurde zunächst für sein schlechtes Englisch sowie wegen seiner mangelnden Erfahrung als Auswahltrainer kritisiert. Doch Rajevac gelang es, aus starken Einzelkönnern ein erfolgreiches Team zu formen.
Ihre Stärke hat die Mannschaft bereits unter Beweis gestellt. Als erstes afrikanisches Team hatte sich Ghana für Südafrika qualifiziert. Beim Afrika-Cup scheiterte Ghana erst im Finale an Ägypten. Dafür konnte der Verband den WM-Titel der U20-Junioren bejubeln.
In Südafrika kommt es zum Abschluss der Gruppe am 23. Juni in Johannesburg zum pikanten Aufeinandertreffen mit Deutschland. Dort könnte es nicht nur zum Bruderduell zwischen Ghanas Kevin Boateng und seinem Halbbruder Jerome kommen. Der frühere deutsche U21-Nationalspieler Kevin Boateng wird nach seinem schwerwiegenden Foul gegen Ballack im Vorfeld der WM unter ganz besonderer Beobachtung stehen.
Für die Black Stars könnte der frühere Berliner und Dortmunder Kevin Boateng, der einen ghanaischen Vater und eine deutsche Mutter hat, ein gutes Omen sein. Kevin Boateng kann in seiner Verwandschaft auf einen WM-Helden verweisen. Er ist der Großneffe von Helmut Rahn, der im Endspiel der WM 1954 gegen Ungarn mit dem Siegtor für das "Wunder von Bern" gesorgt hatte.
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