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WM-Porträt: Niederlande: Oranje zwischen Traum und Trauma

zuletzt aktualisiert: 07.04.2010 - 13:23

Amsterdam (RPO). Als offizielles Ziel für Südafrika gilt das WM-Halbfinale, insgeheim aber träumt Oranje weiter vom ersten großen Titel seit dem Gewinn der Europameisterschaft 1988. "Unser Anspruch muss es sein, das Höchste zu erreichen. Wir haben den Ehrgeiz, das zu schaffen", sagte Bondscoach Bert van Marwijk nach der überzeugenden WM-Qualifikation. Erstmals in der Verbandsgeschichte sicherte sich Oranje das WM-Ticket mit weißer Weste.

Doch eine Favoritenrolle wollen die Niederlande trotzdem nicht übernehmen. Zu nah sind noch die Erinnerungen an den schmerzhaften EM-K.o. im Viertelfinale 2008, als die Elftal mit attraktivem Fußball die Herzen der Zuschauer eroberte und trotzdem an Russland scheiterte. Englands Fußball-Idol Gary Lineker hatte als BBC-Experte recht behalten: "Vor Oranje muss sich niemand fürchten. Die schalten sich, so wie immer, selbst aus."

Doch van Marwijk hat aus den Fehlern seines unerfahrenen Vorgängers Marco van Basten gelernt. So wird es unter dem ehemaligen Dortmunder Coach anders als bei der WM 2006 und der EM vor zwei Jahren keine Gratisreisen für die Freundinnen und Ehefrauen der Spieler nach Südafrika geben.

Van Marwijk hat für Ruhe im mit Stars gespickten Kader gesorgt. Vor allem Asse wie Arjen Robben (Bayern München), Wesley Sneijder (Inter Mailand), Robin van Persie (FC Arsenal), Klaas Jan Huntelaar (AC Mailand) und Rafael van der Vaart (Real Madrid) versetzen viele Abwehrreihe in Angst und Schrecken.

Da konnte es sich van Marwijk sogar leisten, einen klangvollen Namen wie Ruud van Nistelrooy (Hamburger SV) zu Hause zu lassen. Die Bundesliga ist stattdessen durch Robben, van Marwijks Schwiegersohn Mark van Bommel (Bayern München), Khalid Boulahrouz (VfB Stuttgart), Joris Mathijsen (Hamburger SV) und Eljero Elia (Hamburger SV) gut vertreten.

Der Konkurrenzkampf um die Plätze in der Anfangsformation der Elftal ist eröffnet. So kämpfen zum Beispiel in der Verteidigung Andre Ooijer, Boulahrouz, Edson Braafheid und Newcomer Vurnon Anita (Ajax Amsterdam) um die Stammplätze.

Ex-Nationalspieler Patrick Kluivert hat Vertrauen in die Auswahl, die laut Bondscoach van Marwijk eine gesunde Mischung aus "Talent, Erfahrung und Form" enthält: "Oranje in Bestform kann durch die Qualität der Auswahl und dem Hunger nach Erfolg das Finale erreichen. Ein Problem kann durch die jungen Spieler mangelnde Erahrung sein. Doch Unbefangenheit kann auch der Schlüssel zum Erfolg sein." Und der ist bekanntlich das einzige Mittel, um Kritikern wie Lineker den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Quelle: SID/chk

 
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