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WM-Porträt: USA: Präsident erlaubt sich den Traum vom Titel

zuletzt aktualisiert: 24.03.2010 - 11:51

Washington (RPO). Es mag am Niveau der Konkurrenten liegen. Deren Namen klingen bisweilen wie die Reiseziele einer Karibik-Kreuzfahrt, weniger aber nach Gegnern, die Angst und Schrecken verbreiten. Doch wie auch immer: Die Fußball-Nationalmannschaft der USA nimmt schon zum sechsten Mal in Folge an einer WM-Endrunde teil. Für Südafrika gelang die Qualifikation außerdem wieder mal recht problemlos, als Gruppensieger vor dem Dauerrivalen Mexiko sowie Honduras.

Und wie der Amerikaner nun mal so ist: Bei der WM dabei sein ist nicht alles. "Natürlich träumen wir davon, dass wir gewinnen", sagt Verbandspräsident Sunil Gulati, und mit "gewinnen" meint er in der Tat den Titel. Das klingt kühn, und ja, "es ist nur ein Traum", gibt der USSF-Boss selbstverständlich zu, "aber warum sollten wir mitspielen, wenn wir nicht daran glauben würden?" Beim Gewinn des Titels wäre übrigens jeder Spieler etwa 700.000 Dollar reicher.

Die Gruppe C mit England, Slowenien und Algerien gilt den Amerikanern als nicht allzu schwer, "wir haben eine gute Chance, um weiterzukommen", sagt Gulati, der sich nebenbei darum bemüht, die WM 2018 oder 2022 zum zweiten Mal nach 1994 in die USA zu holen. Das mit dem Weiterkommen hat bei den vergangenen fünf Teilnahmen nicht so gut geklappt: Team USA gewann nur 2 von 15 Gruppenspielen und erreichte nur 1994 und 2002 (gegen Deutschland) die K.o.-Runde.

Unterschätzt werden sollten die Amerikaner aber nicht, wie der Confed Cup 2009 zeigte. Nach Niederlagen gegen Italien (1:3) und Brasilien (0:3) gelangten sie durch ein 3:0 gegen Ägypten doch ins Halbfinale. Dort besiegten sie den zuvor 35-mal ungeschlagenen und 15-mal siegreichen Europameister Spanien. Im Finale gegen Brasilien lagen die USA zur Halbzeit 2:0, bis zur 74. Minute 2:1 vorne. Dann siegte der Rekordweltmeister noch mit 3:2.

Vor allem im eigenen Land gewannen die US-Fußballer damals Respekt - und mit ihnen der Nationaltrainer. Bob Bradley wurde im Frühjahr 2008 zum Interimstrainer ernannt und danach zum Chef, weil der umworbene ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann unerfüllbare Forderungen gestellt haben soll. Der 51 Jahre alte Bradley kommt in der Öffentlichkeit eher steif und ernsthaft daher, seine Mannschaft spielt in etwa auch so: ohne großes Flair.

Unersetzlich in der Stammformation ist ein weiterer Bradley: der Sohn des Trainers. Michael Bradley, Profi in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach, gilt als Schlüsselspieler vor der Abwehr, den Platz daneben im Mittelfeld erhält womöglich Ricardo Clark von Eintracht Frankfurt. Das Spiel der Amerikaner aber steht und fällt nach wie vor mit Landon Donovan - auch wenn er es in der Bundesliga zuletzt bei Bayern München zu nichts gebracht hat.

Bemerkenswert am Rande: Die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) unterbricht erstmals den Spielbetrieb während einer WM - zumindest während der Vorrunde. Gut möglich, dass sie danach erst mal ohne Nationalspieler weitermachen muss.

Quelle: SID/chk

 
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