1. Bundesliga 17/18
| 17.38 Uhr

Neuer Geschäftsführer Sport
Auf Veh warten in Köln viele Baustellen

Porträt: Armin Veh - Meistertrainer und FC-Sportchef
Porträt: Armin Veh - Meistertrainer und FC-Sportchef FOTO: dpa, brx jhe
Köln. Mit Armin Veh holt der 1. FC Köln einen erfahrenen Mann an Bord. Auf den allerdings wartet gleich eine Vielzahl an Aufgaben - und er muss sich auf gleich mehrere Szenarien einstellen. Von Tim Specks

Armin Veh dürfte den morgigen Abend auf der heimischen Couch verbringen. Das hat allerdings weniger mit Faulheit zu tun, sondern vielmehr mit Professionalität. Zwar tritt der gebürtige Stuttgarter seinen Job als Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln offiziell erst am kommenden Montag an - dennoch dürfte er mit Spannung verfolgen, wie sich die Kölner in der Europa League in Belgrad schlagen. Und ob er einen Klub übernimmt, der auch im kommenden Jahr noch europäisch vertreten ist.

Schon jetzt ist indes klar, dass Veh in den kommenden Wochen mit zwei möglichen Szenarien für seinen neuen Arbeitgeber kalkulieren muss: dem (unwahrscheinlichen) Klassenerhalt und dem (wahrscheinlicheren) Abstieg. Der 1. FC Köln spielt eine historisch schlechte Bundesliga-Saison, steht mit drei Punkten nach 14 Spielen am Tabellenende. Für eine Rettung bräuchte es nicht nur die Rückkehr der vielen verletzten Leistungsträger, sondern wohl auch den ein oder anderen Transfer-Coup Vehs.

Vor der Verpflichtung von neuem Spielermaterial steht allerdings noch ein anderer Punkt auf Vehs langer Agenda: Der 1. FC Köln braucht einen neuen Cheftrainer. Dass Stefan Ruthenbeck, vom U19-Trainer zum Interimscoach zumindest für die kommenden fünf Spiele in zwei Wochen befördert, auch nach der Winterpause an der Seitenlinie der Domstädter steht, gilt als unwahrscheinlich. Veh wird also telefonieren müssen - vielleicht schon morgen Abend auf der Couch.

Die Liste der gehandelten Kandidaten für den Trainerjob ist lang: Bruno Labbadia, Markus Weinzierl, Markus Anfang, Dirk Schuster und nicht zuletzt Jens Keller. Der allerdings soll ein Angebot der Kölner vor rund drei Wochen abgelehnt haben - da stand er allerdings auch noch bei Union Berlin unter Vertrag. Auch beim Anforderungsprofil für seinen neuen Trainer muss Veh zweigleisig planen: So muss der kommende Kölner Coach theoretisch in der Lage sein, den Effzeh doch noch in der Klasse zu halten - im Falle eines Abstieg aber auch die Mission Wiederaufstieg angehen können.

Während Vehs akuter Auftrag also die Trainersuche ist, muss er den Klub langfristig auf den möglichen Abstieg vorbereiten und den Wiederaufstieg planen. Dass der Geschäftsführer-Neuling über die nötigen Kontakte hierfür verfügt, dürfte unbestritten sein.

Und dann wäre da ja noch die Europa League. Es ist schon eine besondere Geschichte, dass ausgerechnet die in der Liga gebeutelten Kölner am Donnerstag noch das Weiterkommen im Europapokal klarmachen könnten - einen Sieg bei Roter Stern Belgrad vorausgesetzt. "In Belgrad können wir unheimlich viel gewinnen", sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. Armin Veh wird gespannt zusehen.

 
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