1. Bundesliga 17/18
| 13.39 Uhr

Die möglichen Kandidaten
Wer wird Stögers Nachfolger in Köln?

1. FC Köln: Die Kandidaten auf die Nachfolge von Peter Stöger
Wird's einer von ihnen? Bruno Labbadia und Markus Weinzierl treffen sich vor einem Spiel an der Seitenlinie. FOTO: dpa, Stefan Puchner
Düsseldorf. Die Ära Peter Stöger beim 1. FC Köln ist beendet. Nun muss der Verein einen Nachfolger finden. Erschwert wird die Suche dadurch, dass Köln derzeit auch ohne Sportchef dasteht. Dennoch werden bereits erste Kandidaten auf die Stöger-Nachfolge gehandelt. Von Antje Rehse

Oberste Priorität hat in Köln derzeit die Suche nach einem Nachfolger von Jörg Schmadtke, der im Herbst als Geschäftsführer Sport hingeworfen hatte. Erst dann geht es um die Trainerfrage. Derzeit gilt Dietmar Beiersdorfer als Favorit auf den Posten als Sportchef, Kölner Verantwortliche sollen sich schon mit dem früheren Hamburger getroffen haben. Den Nachfolger von Peter Stöger zu finden, wird neben dringend benötigten Wintertransfers die Hauptaufgabe des neuen Sportchefs sein. Doch schon jetzt machen erste Namen von Trainerkandidaten die Runde.

Markus Anfang

Anfang ist gebürtiger Kölner, auch wenn er nie für die Geißböcke gespielt hat. Seine Profi-Karriere als Spieler begann er ausgerechnet bei Fortuna Düsseldorf. Mit Holstein Kiel stieg er in die 2. Bundesliga auf und rangiert dort mit den Norddeutschen derzeit sensationell auf Platz eins. Auch als Nachwuchstrainer bei Bayer Leverkusen leistete Anfang zuvor gute Arbeit. Dass Köln Interesse hat, sickerte bereits vor der Entlassung von Stöger durch. Doch lässt Kiel den Erfolgstrainer wirklich mitten in der Saison ziehen? "Bei der derzeitigen Marktlage werden wir unseren Trainer unter zehn Millionen Euro nicht abgeben", sagte Holstein-Präsident Steffen Schneekloth. So viel wird Köln nicht zahlen. Wenn Anfang aber unbedingt nach Köln will, wird Kiel ihn kaum halten können.

Bruno Labbadia

Seit über einem Jahr ist Labbadia seit seinem Aus beim Hamburger SV ohne Job und wird seitdem bei nahezu jeder Trainer-Entlassung in der Bundesliga mal mehr, mal weniger heiß gehandelt. So natürlich auch in Köln. Der gebürtige Darmstädter hat als Spieler für den FC gespielt. Für ihn würde sprechen, dass er für den klassischen Trainer-Effekt steht, also kurzfristig durchaus etwas bewegen kann. Sollte Köln in der Winterpause noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt haben, wäre Labbadia also eine Option. In seinen bisherigen Stationen war Labbadias Wirkung jedoch immer schnell verpufft. In Hamburg arbeitete Labbadia auch unter Beiersdorfer. Es kam zum Bruch, später kritisierte Labbadia Beiersdorfers Transferpolitik.

Dirk Schuster

Noch ein ehemaliger Kölner Profi, der derzeit keinen Trainerjob hat. In Darmstadt feierte er große Erfolge, schaffte mit den Hessen den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. 2016 wurde er zum Trainer des Jahres gewählt. Beim FC Augsburg lief es weniger gut, nach nur einem halben Jahr war Schluss, obwohl der FCA nicht auf einem Abstiegsplatz stand. Aber offenbar lief es im Zusammenspiel mit Sportdirektor Stefan Reuter nicht mehr richtig rund. Über seine Zeit in Köln sagte Schuster vor einigen Jahren im "Kölner Stadt-Anzeiger": "Es wurden sehr viele Interna nach Außen transportiert, und das war mit Sicherheit auch die Ursache dafür, dass aus vielen guten Einzelspielern nie eine richtige Mannschaft geworden ist." Die Zeit in Köln sei lehrreich gewesen, auch was den Umgang mit den Medien angeht. Würde sich Schuster der Aufgabe als Köln-Trainer gewachsen fühlen?

Pressestimmen: "1. Fußball-Club für Indiskretionen und Peinlichkeiten" FOTO: dpa, jg nic

Jens Keller

Der frühere Schalke-Trainer wurde am Montag überraschend bei Zweitligist Union Berlin entlassen. Offenbar fürchteten die "Eisernen", dass angesichts der fünf Punkte Rückstand auf Platz zwei die Aufstiegsmission in Gefahr geraten könnte. Auch Keller ist als Spieler schon im Kölner Trikot aufgelaufen. Als Trainer lieferte er bei Schalke trotz des ständigen Gegenwinds aus der Presse solide Arbeit ab. Im aufgeregten Kölner Umfeld hätte es Keller als Typ wohl ähnlich schwer.

Stefan Ruthenbeck

Warum eigentlich nicht der Interimstrainer? Ruthenbeck hat allerdings wenig Zeit, um Argumente für sich zu sammeln. In der Europa League geht es im letzten Gruppenspiel bei Roter Stern Belgrad am Donnerstag um den Einzug ins Achtelfinale. Und im ultimativen Endspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag muss Köln siegen, wenn nicht jegliche Hoffnung auf den Klassenerhalt endgültig verschwinden soll. Für Ruthenbeck spricht, dass er die jungen Spieler in Köln durch seine Arbeit als U19-Trainer bestens kennt. Bei den massiven Personalsorgen ein wichtiger Faktor. Gegen den gebürtigen Kölner spricht, dass er im Profifußall bislang wenig Erfahrung und Erfolge aufweisen kann.

Markus Weinzierl

Beim FC Augsburg erfolgreich, auf Schalke gescheitert: Wäre der derzeit arbeitslose Trainer etwas für den "Effzeh"? Als im Oktober schon mal über eine Entlassung von Stöger spekuliert wurde, wurde Weinzierl in den Kölner Medien jedenfalls als Favorit gehandelt. Es ist aber fraglich, ob Weinzierl bereit wäre, den wahrscheinlichen Gang in die 2. Bundesliga anzutreten oder ob der 42-Jährige nicht doch noch auf höhere Aufgaben spekuliert.

Marco Rose

Den neuen Trainer bei einem österreichischen Erstligisten abwerben, damit hat Köln bei Stöger gute Erfahrungen gemacht. Doch Red Bull Salzburgs Trainer hat derzeit kein Interesse an einem Wechsel. Es gebe für ihn keinen Grund, darüber nachzudenken, "in irgendeiner Form den Verein zu wechseln", sagte der 41-Jährige in einem von seinem Klub bei Twitter veröffentlichten Video. "Noch dazu gibt es auch keine konkreten Anfragen vom 1. FC Köln", so Rose. Nur das branchenübliche Dementi oder eine klare Absage? 

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Nun heißt es abwarten, wen Köln als neuen Sportchef verpflichtet. Vielleicht zaubert der ja noch eine Überraschung aus dem Hut.

 
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