1. Bundesliga 17/18
| 16.42 Uhr

1. FC Köln gegen Arsenal
Ein letztes Hurra? Auch Stögers Zukunft steht auf dem Spiel

1. FC Köln: Gegen FC Arsenal geht es auch um Peter Stöger
FC-Trainer Peter Stöger. FOTO: dpa, tfr hpl
Köln. Was ein Highlight der Klubgeschichte hätte sein können, wird zum nächsten richtungweisenden Spiel: Der 1. FC Köln empfängt den FC Arsenal - und alles dreht sich um die Zukunft von Trainer Peter Stöger.

Es hat eine Weile gedauert, aber nun ist die Trainerfrage auch in Köln ein Thema. Ein ziemlich großes sogar. Peter Stöger und Angela Merkel zierten in diesen Tagen gemeinsam die Titelseite des Express, ernste Mienen, die Blicke in die Ferne gerichtet, und dazu die Frage: "Schaffen die das noch?" Die Krise des ersten Fußballklubs der Stadt und das historische Regierungschaos der Bundesrepublik - in Köln sind das manchmal durchaus Probleme auf Augenhöhe.

Und seit Wochen schrumpft die Zahl derer, die Stöger die Wende mit dem 1. FC Köln tatsächlich noch zutrauen. Das Heimspiel in der Europa League am Donnerstag (19.00 Uhr/Live-Ticker) gegen den FC Arsenal und das folgende Bundesliga-Duell mit Hertha BSC (Sonntag, 18.00 Uhr/Live-Ticker) werden mal wieder zur Woche der Wahrheit für Stöger. Wie schon oft in dieser Saison, aber vielleicht zum letzten Mal?

Die Klubführung jedenfalls stärkte dem Trainer nach dem höchst unglücklichen 0:1 am vergangenen Wochenende beim FSV Mainz 05 erneut den Rücken, und doch klang es irgendwie anders als zuletzt. "Peter wird die Mannschaft diese Woche wie gewohnt vorbereiten und auch gegen Arsenal und Hertha BSC auf der Bank sitzen", sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. Diese zeitliche Komponente in seiner Antwort lässt zumindest Raum für Spekulationen.

Das anstehende Spiel gegen den FC Arsenal beschreibt indes ziemlich anschaulich, warum die Entscheidung für die Kölner Verantwortlichen so schwierig ist. Diese 90 Minuten unter Flutlicht, im ausverkauften Stadion und vor den Augen Europas, gegen den weltberühmten Klub aus London - sie sind das vielleicht größte Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Und das hat Peter Stöger möglich gemacht, der die Mannschaft vor vier Jahren in der 2. Liga übernahm.

Zugleich trainiert der Österreicher momentan aber das abgeschlagene Schlusslicht der Bundesliga. Ein Team, das in den vergangenen Monaten einen Zusammenbruch erlebt, kaum Tore schießt, viele kassiert und gerade dabei ist, alle Negativrekorde der Bundesliga zu brechen. Viele Fehlentscheidungen der Schiedsrichter und großes Verletzungspech spielen zwar eine Rolle in dieser Krise. Doch das offensive Unvermögen ist das größte Problem der Mannschaft.

Geht der FC mit Peter Stöger auch in die 2. Bundesliga?

Und doch wird Stöger von keiner Seite wirklich angezählt. Die Klubführung, das Team und die Fans stehen hinter dem 51-Jährigen. Folgen nun weitere Niederlagen, wird allerdings bald eine Grundsatzentscheidung nötig: Geht man mit Stöger notfalls sogar in die 2. Liga? Auch die Kölner Presse geht indes noch immer vorsichtig mit diesem Trainer um, der ja vier Jahre lang bewiesen hat, ein guter zu sein. Und mit seinem Verhalten ohnehin auch in der Krise keinen Angriffspunkt bietet.

Stöger will sich mit seinen Aufgaben als Coach beschäftigen, nicht mit Gedanken über die Zukunft. Der Trainerjob sei ohnehin "ein Wochenjob. Es geht immer nur um die Vorbereitung auf das nächste Spiel". In diesem übrigens kann der FC durchaus etwas erreichen. In der Europa League ist das Weiterkommen noch möglich, und Arsenal dürfte kaum in Bestbesetzung antreten.

Wichtiger noch wird dieses große Spiel gegen die Londoner aber für die Psyche. "Wir müssen versuchen, jedes Spiel zu gewinnen", sagt Stöger, "denn jedes Spiel kann Selbstvertrauen geben." Es könnte allerdings auch das letzte ganz große Hurra für Stöger in Köln sein. 

(sid/ako)
 
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