1. Bundesliga 17/18
| 13.34 Uhr

FC reagiert auf Sturmflaute
Köln macht Pizarro-Deal perfekt – Rudnevs beendet Karriere

Pizarro wird in Köln vorgestellt
Pizarro wird in Köln vorgestellt FOTO: dpa, fg jhe
Köln. Nun ist es offiziell: Der 1. FC Köln hat Claudio Pizarro verpflichtet. Der Stürmer erhält bei dem kriselnden Bundesligisten einen Vertrag bis zum Saisonende.

Als vor einer Woche überraschend doch noch der 1. FC Köln anrief, war Claudio Pizarro froh über das sommerliche Fitness-Programm in seiner Wahlheimat. "Ich kenne jeden Wald in München bestens", sagte der erfahrene "Knipser", der als Sturm-Nothelfer die Flaute des kriselnden Fußball-Bundesligisten beheben soll. Die Botschaft dahinter: "Ich bin topfit."

Am Freitag stellte sich der beste ausländische Schütze der Liga-Geschichte im grauen Hemd inmitten der Macher Peter Stöger und Jörg Schmadtke vor. Das bittere 0:1 (0:1) im ersten Europapokal-Heimspiel seit 25 Jahren gegen Roter Stern Belgrad wirkte da noch nach. Die FC-Spieler hatten gekämpft, sie waren angerannt, sie trafen den Pfosten - sie verzweifelten. Es war ein Spiel, in dem Pizarro trotz seiner fast 39 Jahre womöglich entscheidend geholfen hätte.

Fotos: Claudio Pizarro – Werder- und Bayern-Star, Triple-Sieger, Lebemann FOTO: dpa, fg jhe

Der Peruaner erhält einen Einjahresvertrag bis zum Saisonende, er soll das Team mit seiner großen Erfahrung dabei unterstützen, den Abgang des Top-Torjägers Anthony Modeste zu kompensieren. Trainer Stöger setzt seine Hoffnung in "einen Stürmer mit einem starken Torabschluss und einer Persönlichkeit, die unserer Mannschaft gut tut. Man kennt ihn, man weiß um seine Fähigkeiten."

In der Liga steht der FC mit einem Punkt aus sechs Spielen am Tabellenende, in der Europa League gab es zwei Niederlagen, seit 441 Pflichtspiel-Minuten ist das Team ohne Tor. "Wir glauben, dass Claudio uns in der schwierigen Situation helfen kann", sagte Manager Schmadkte: "Weil wir glauben, dass wir Erfahrung gewinnen und den Druck von unseren Stürmern nehmen müssen."

Rudnevs hört aufgrund persönlicher Probleme auf

Pizarro soll also nicht nur Tore schießen und die Offensive beleben, er soll auch ein Stützpfeiler sein. Zumal eine weitere Alternative wegfällt: Der Lette Artjoms Rudnevs kehrt aufgrund persönlicher Probleme in seine Heimat zurück und beendet seine Karriere. Details wollte Schmadtke aus Respekt vor der Privatsphäre des 29-jährigen Letten nicht nennen. "Wir wünschen Rudi alles Gute bei der Bewältigung seiner Probleme."

Wie wichtig die Verstärkung mit Pizarros Qualität ist, machte das Spiel deutlich. Der FC rannte nach desaströser erster Halbzeit und dem 0:1 durch Richmond Boakye (30.) an - trotz dreier Pfostentreffer und bester Chancen reichte es jedoch nicht zum Ausgleich.

Hier soll Pizarro Abhilfe schaffen und vor allem die glücklosen Jhon Cordoba und Co. entlasten. 191 Tore in 430 Ligaspielen für Werder Bremen und Bayern München sprechen dafür, dass es klappen kann. "Seine Quote ist sensationell", sagte Schmadtke.

Dass es beim FC nicht läuft, sei größtenteils "Kopfsache", meinte Pizarro, der beim Angebot des FC "nicht lang nachdenken musste". Auch Timo Horn hatte mentale Probleme festgestellt. "Was mich gestört hat, war die Körpersprache. Es ist klar, dass nicht alles funktioniert. Aber kämpfen, laufen, kratzen und beißen - das können wir", sagte der Torhüter: "Wenn man sechs Spiele in der Gruppenphase hat, muss man sich zerreißen - das haben wir nicht getan."

Pizarro könnte schon am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig spielen. "Ich bin bereit", sagte der 38-Jährige, auch dank der Wälder Münchens. "Ich möchte meine Ausbeute als ausländischer Torjäger ausbauen - denn Lewandowski (Robert Lewandowski vom FC Bayern, d. Red.) kommt von hinten."

(areh/sid)
 
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