1. Bundesliga 17/18
| 13.02 Uhr

Neue Hoffnung auf das Wunder
Nur vier Teams punkten in der Rückrunde besser als Köln

Leipzig - Köln: Bilder des Spiels
Leipzig - Köln: Bilder des Spiels FOTO: afp
Leipzig. Nach dem überraschenden Auswärtssieg bei RB Leipzig glaubt der 1. FC Köln wieder an seine Chance auf den Klassenerhalt. Der FC punktet seit der Winterpause gut. Aber gut genug? Vorerst hat Köln zumindest den HSV im Visier. 

Der 1. FC Köln war bereits so gut wie abgestiegen, doch dann geschah in Leipzig eine sportliche Wiederauferstehung. "Wir sind wieder ins Leben zurückgeworfen worden. Das ist Wille, das ist Moral. Die Mannschaft lebt", sagte Siegtorschütze Leonardo Bittencourt nach dem 2:1 (0:1)-Überraschungscoup des Tabellenletzten bei Vizemeister RB.

Nach einer desolaten ersten Halbzeit schien der Abstieg des FC bereits besiegelt. Nach dem Seitenwechsel ging aber ein kaum für möglich gehaltener Ruck durch die Mannschaft - und plötzlich ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt wieder da. Vom Hamburger SV trennt Köln nur noch die schlechtere Tordifferenz, zum Relegationsrang sind es "nur" noch sieben statt zehn Punkte.

In der Rückrundentabelle liegt der "Effzeh" auf einem starken fünften Platz. Vor Champions-League-Aspiranten wie Leipzig, Schalke 04 oder Bayer Leverkusen. Das zeigt, wie konstant die Kölner seit dem Trainerwechsel punkten. Dass das rettende Ufer trotzdem noch extrem weit weg ist, verdeutlicht aber eben auch, wie schwer die Bürde der desaströsen Hinrunde wiegt. Ein weiteres Problem. Der VfB Stuttgart steht in der Rückrundentabelle sogar noch besser da, Werder Bremen liegt punktgleich mit den Kölner auf Platz sechs. Beide sind - oder im Fall von Stuttgart wohl eher waren - Konkurrenten im Abstiegskampf.

Das nächste Endspiel gegen den VfB Stuttgart

Das Ziel sei es, jetzt erstmal Hamburg zu überholen, sagte Bittencourt. Und das soll schon im kommenden Heimspiel am Sonntag gegen den wiedererstarkten VfB geschehen: "Die Hütte muss brennen, wir müssen brennen. Und dann sollen die Stuttgarter mal kommen."

Man habe sich "ein neues Endspiel gegen Stuttgart erarbeitet", freute sich auch FC-Trainer Stefan Ruthenbeck. Er verriet, wie er seine Spieler in der Halbzeit anstachelte: "Es gab eine Aktion, da hat ein Leipziger Innenverteidiger 25 Meter vor dem eigenen Tor Yuya Osako getunnelt. Da habe ich gesagt: Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, wir müssen uns mehr wehren! Vielleicht ist der ein oder andere wütend geworden."

In der Tat waren die Kölner in der zweiten Hälfte bissiger und aggressiver. Da zudem bei den anfangs dominanten Leipzigern drei Tage nach dem Europacup-Spiel gegen den SSC Neapel die Kräfte schwanden, konnte der FC die RB-Führung durch Jean-Kevin Augustin (5.) durch Tore von Startelf-Debütant Vincent Koziello (70.) und Bittencourt (77.) noch drehen.

"Wenn wir hier verloren hätten, wäre es extrem schwierig geworden", sagte FC-Torhüter Timo Horn. Zu feiern gebe es aber noch nichts: "Das gibt uns Auftrieb, aber es ist nichts wert, wenn wir zu Hause nicht nachlegen."

Bittencourt macht es seinem Vater nach

Der nach langer Verletzungspause wieder fitte Bittencourt ist dafür ein Schlüssel. In seiner Geburtsstadt Leipzig, wo Vater Franklin Bittencourt beim VfB einst Profi war, schoss der nach einer Stunde eingewechselte Offensivspieler ein auch für ihn persönlich besonderes Tor.

"Mein Papa hat vor dem Spiel zu mir gesagt, er hat in dem Stadion schon getroffen. Das konnte ich nicht auf mich sitzen lassen, da musste ich nachlegen", sagte Bittencourt junior. Dass sein Vater am Samstag Geburtstag hatte, machte die Sache noch runder.

Auch der zweite Kölner Torschütze, der im Winter für drei Millionen Euro verpflichtete Koziello, war nach dem Schlusspfiff erleichtert. Der schmächtige Spielmacher ging bei seinem ersten Einsatz von Beginn an zunächst unter, doch in der zweiten Halbzeit bewies der technisch starke Franzose sein Können. "Es freut mich für den Kleinen, das wird ihm Selbstvertrauen geben", sagte Abwehrspieler Dominique Heintz.

(areh/sid)
 
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