1. Bundesliga 17/18
| 19.14 Uhr

Stöger und Nouri geben nicht auf
"Weitermachen, weitermachen"

Fotos: Guirassy schiebt Ball aus zwei Metern am Tor vorbei
Fotos: Guirassy schiebt Ball aus zwei Metern am Tor vorbei FOTO: rtr, saw
Köln. Nach dem 0:0 zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen dauert die Krise beider Klubs an. Noch immer sind der FC und Werder in dieser Saison sieglos. Peter Stöger und Alexander Nouri spielen auf Zeit.

In einem waren sich die Fußball-Lehrer Peter Stöger und Alexander Nouri nach dem trostlosen 0:0 im Bundesliga-Krisenduell zwischen Köln und Bremen einig. "Irgendwann müssen wir das Erfolgserlebnis erzwingen", kommentierte Werder-Coach Nouri das Resultat, das keinem so recht hilft. Stöger, Nouris Kollege vom 1. FC Köln, bemühte gleichfalls den Faktor Zeit, als er sagte: "Weitermachen, weitermachen - bis dieses Erfolgserlebnis dann kommt."

Am Sonntag kam es nicht. Beide sind 2017/18 als einzige sieglos und stecken tief unten drin. Nach dem 0:0 hat Köln als Tabellenletzter nur zwei Punkte. Bremen steht als Vorletzter mit fünf Zählern ebenfalls miserabel da. Letzter FC-Erfolg: 2:0 gegen Mainz am 20. Mai. Noch länger warten die Hanseaten auf einen dreifachen Punktgewinn: Den letzten gab es am 29. April beim 2:0 gegen Hertha BSC. Der Auftritt vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion war für Nouri und seine Elf bereits der zwölfte nacheinander ohne Sieg.

Stöger lobt Kampfgeist

Bittere Serien, aber keineswegs bitterste Erkenntnisse bei Stöger und Nouri. "Die Jungs sind total willig, total giftig", hielt der Österreicher Stöger wohlwollend fest. Einen Rücktritt schloss der 51-Jährige zum wiederholten Mal aus: "Ich kann und werde nie von mir aus den Platz räumen."

Seinem Kollegen Nouri gab er dann vor der Pressekonferenz einen netten Klaps auf den Hinterkopf - geteiltes Leid, das der Bremer mit einer persönlichen Vorgabe schnellstmöglich in Positives verwandeln will: "Dranbleiben, füreinander einstehen, das Herz auf den Platz bringen" - das soll Nouri und Co. helfen, die Misere zu beenden.

Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic ließ Skepsis erkennen. "Jedes Spiel wird schwerer", bemerkte der Österreicher nach dem fünften Remis der aktuellen Saison. Noch indes seien genügend Möglichkeiten da, das Ganze so zu bereinigen, dass am Ende nichts Schlimmes bilanziert werden muss.

Sehrou Guirassy vergibt Großchance

FC-Kapitän Dominic Maroh bemühte sich gleichfalls um Gelassenheit: "Wichtig ist, dass wir Ruhe bewahren." Immerhin habe das Team mit viel kämpferischem Willen demonstriert, dass es an sich glaubt, bemerkte Torwart Timo Horn. "Besser kann man nicht angreifen", sagte Abwehrmann Dominique Heintz ob der vielen Möglichkeiten, von denen der Franzose Sehrou Guirassy die meisten hatte - aber alle vergab. Heintz: "Wir machen das Ding einfach nicht rein."

Einer hätte es vielleicht tun können: Claudio Pizarro. Doch der 39 Jahre alte einstige Werder-Star, mit 191 Treffern erfolgreichster ausländischer Bundesliga-Torjäger, musste bei seinem geplanten Startelfdebüt für Köln wegen einer Verletzung kurzfristig passen.
Sein Ersatz Guirassy, seit dem Sommer 2016 beim FC, hat noch immer keinen Erstligatreffer erzielt und vergab gegen Bremen Chancen über Chancen, die größte davon kurz vor Schluss. "Er hadert mit sich selbst wahrscheinlich am meisten", sagte Stöger über den 21-jährigen Franzosen.

Der Kölner Coach setzt jetzt ganz auf die nahe Zukunft: "Wenn wir mal in der Phase sind, wo wir die Tore machen, dann werden wir da unten rauskommen." Und da wäre Stöger gern dabei.

(areh/dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

1. FC Köln: Peter Stöger denkt nicht ans Hinschmeißen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.