1. Bundesliga 16/17
| 16.44 Uhr

Köln-Trainer seit 1000 Tagen im Amt
Nur Weisweiler und Daum hielten es länger aus als Stöger

Porträt: Peter Stöger: Wiener, Kölner, Karnevals-Fan
Porträt: Peter Stöger: Wiener, Kölner, Karnevals-Fan FOTO: dpa, ve tmk
Köln. Es könnten bewegte und aufregende Tage sein für Peter Stöger. Sportlich steht der 1. FC Köln so schlecht da wie in der ganzen Saison noch nicht, dafür feierte der Trainer am Mittwoch ein für die Domstadt fast schon episches Jubiläum. Doch Panik, Hektik und Euphorie sind Fremdworte für den 49-Jährigen, und so empfindet er die Schallmauer von 1000 Tagen im Amt als "nichts Besonders".

In der Tat gab es im deutschen Fußball schon weitaus längere Amtszeiten. Otto Rehhagel arbeitete in Bremen 5202 Tage, Volker Finke in Freiburg sogar 5843. Doch für den FC, die einst so launische Diva vom Rhein, sind 1000 Tage wahrhaft ein Ära. Nur Hennes Weisweiler und Christoph Daum durften bisher mehr als 1000 Tage am Stück für den FC arbeiten.

Den Rekord hält Weisweiler mit 1460 Tagen, und Stöger wird ihn wahrscheinlich brechen. Mitte Januar wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert, kein anderer Bundesliga-Kollege weiß einen solchen Vertrauensbeweis des Klubs im Rücken. Und auch wenn der FC am Wochenende erstmals auf Rang zwölf zurückfiel, sind sie mit dem "Pitter" in der Domstadt hochzufrieden. "Wir haben die Zielsetzungen bisher alle erfüllt", sagt dieser, stolz, aber nicht überheblich.

Als er im Sommer 2013 sein Amt antrat, waren nach eigener Auskunft "viele skeptisch, wie die zwei Wurschteln aus Österreich" (Co-Trainer Manfred Schmid und er) sich schlagen würde. Und so manch einer gab ihm den Tipp, sich erst gar keine Wohnung zu suchen, weil so mancher Kölner Trainer schon vor dem Bezug des Eigenheims wieder entlassen worden war. Die meisten Fans wussten gar nicht, was sie zu erwarten hatten von dem Ex-Nationalspieler, für den der FC rund 650.000 Euro Ablöse zahlte, der aber eigentlich auch nur dritte Wahl war hinter Mike Büskens und Roger Schmidt.

Nur noch wenige Nörgler

Dass Stöger für den damaligen Zweitligisten auf die Champions League mit Austria Wien verzichtete, nahmen sie freudig zur Kenntnis, die restliche Skepsis wich schnell. Einige wenige nörgeln zwar heute noch an Stöger, er lässt ihnen zu defensiv spielen und es geht ihnen zu langsam aufwärts mit dem Klub. Die meisten anderen erkennen: Dass der beim Amtsanstritt Stögers noch so hektische Zweitligist heute ein solider Erstliga-Klub ist, bei dem eine Europa-League-Qualifikation zumindest nicht mehr utopisch scheint, liegt zu einem großen Teil am Trainer.

Was ihn besonders beliebt macht: Kaum einer seiner Vorgänger saugte das "kölsche Lebensgefühl" so auf wie der Wiener. Er stürzt sich in den Karneval, spielt in humorvollen Videos des Klub-TV mit und zeigt sich bei kulturellen Anlässen aller Art an der Seite seiner "Trainer-Queen", der Moderatorin und Entertainerin Ulrike Kriegler. Am Spielfeldrand trägt er stets Klub-Pulli und Brillen in den Vereinsfarben Rot und Weiß.

Kurzum: Stöger ist inzwischen ein echter "Kölscher". Und vielleicht sind die 1000 Tage deshalb irgendwie auch eine ganz selbstverständliche Durchgangsstation.

(sid)
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