1. Bundesliga 16/17
| 10.45 Uhr

Köln droht Strafe durch DFB
FC-Boss wundert sich über Ermittlungen nach Sitzblockade

1. FC Köln: Präsident Werner Spinner wundert sich über Ermittlungen nach Sitzblockade
Werner Spinner wurde am Montag wiedergewählt. FOTO: dpa, mjh fdt
Köln. Präsident Werner Spinner vom Bundesligisten 1. FC Köln zeigt sich überrascht über die Ermittlungen des Kontrollausschusses des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der Sitzblockade von FC-Fans vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger RB Leipzig (1:1) am vergangenen Sonntag.

"Dass der DFB ermittelt, ist verwunderlich. Der Sitzstreik war da, aber hat nicht nur den Bus belastet, sondern auch unsere VIP-Gäste", sagte der Klub-Chef nach der Mitgliederversammlung am Montagabend bei Sky Sport News HD.

Kölner Anhänger hatten Sonntagnachmittag die Durchfahrt des RB-Mannschaftsbusses in die Tiefgarage des Stadions mit einer Sitzblockade verhindert. Die Partie wurde mit 15-minütiger Verspätung angepfiffen.

Spinner weiter: "Der Bus hat nicht versucht reinzufahren. Die Leute haben gesagt, wenn er versucht hätte reinzufahren, wären wir zur Seite gegangen. Ich weiß es nicht. Wir werden die Ermittlungen abwarten, eine Stellungnahme abgeben und dann schaun wir mal." Dem ersten Bundesliga-Meister droht eine Strafe durch das DFB-Sportgericht.

RBL-Vorstands-Chef Oliver Mintzlaff hatte ein hartes Vorgehen gefordert. "Diese Chaoten müssen Stadionverbot bekommen", sagte der 41-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). In Richtung Mintzlaff meinte Spinner während seiner Rede bei der Mitgliederversammlung: "Leipzig wird diese Vorkommnisse immer wieder dazu nutzen, andere schlecht und sich selbst besser zu machen."

Spinner will Ermittlungen abwarten

Nach der Mitgliederversammlung bezog Spinner auch Stellung zu einem Polizeibericht, in dem von einem "beschämenden" Verhalten einiger FC-Fans die Rede ist. "Wir nehmen das natürlich ernst. Wenn sich diese Ermittlungen bestätigen, dann ist das eine Sache, die wir aufs Schärfste verurteilen", wird Spinner vom Kölner Stadt-Anzeiger zitiert. "Es geht nicht, auf gegnerische Fans loszugehen, oder auf Polizeibeamte loszugehen. Wenn es so ist, das einer so verletzt ist, dass er eine Woche ausfällt, dann tut uns das sehr leid. Aber ich weiß noch nicht alle Einzelheiten. Wir werden mit der Polizei sprechen. Die Mitteilung hat mich sehr betroffen gemacht, aber ich kann jetzt nicht sagen, welche Konsequenzen das hat."

Die Polizei hatte unter anderem berichtet, dass nach der Sitzblockade rund 200 FC-Anhänger versucht hätten, den alternativen Stadion-Zugang zu stürmen. Nur unter Schlagstock- und Pfefferspray-Einsatz hätzten die eingesetzten Beamten eine direkte Konfrontation mit den Gästen vermeiden können. Ein Beamter sei erheblich verletzt worden. Zudem seien bei sieben Kleinbussen auf dem Gästeparkplatz die Reifen zerstochen worden. 

(sid)
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