1. Bundesliga 17/18
| 16.01 Uhr

Erstes Europapokal-Heimspiel seit 25 Jahren
Das Spektakel kehrt nach Köln zurück

Fanmarsch der Köln-Fans durch London
Fanmarsch der Köln-Fans durch London FOTO: Patrick Scherer
Köln. Vor 25 Jahren empfing der 1. FC Köln letztmals ein Team zu einem Europapokalspiel. Heute ist es gegen Roter Stern Belgrad wieder so weit. Seit 1992 hat sich viel verändert, es gibt aber auch eine sportliche Parallele. Von Patrick Scherer

82 Minuten sind gespielt an diesem 15. September 1992, als Frank Ordenewitz den Ball irgendwie über die Torlinie bringt. Es ist das 2:0 im Hinspiel der ersten Runde im Uefa-Pokal gegen Celtic Glasgow. Niemand ahnt, dass es das letzte Kölner Tor im Europapokal für 25 Jahre bleiben wird. Zwei Wochen später verliert der Effzeh in Schottland mit 0:3 und verabschiedet sich für ein Vierteljahrhundert von der internationalen Bühne. Heute Abend (19 Uhr, Sport1) kehrt das Spektakel nach Köln zurück. Viel hat sich seit Ordenewitz' Tor verändert. Das Müngersdorfer Stadion wurde umgebaut und heißt Rhein-Energie-Stadion, der Uefa-Pokal wurde reformiert und heißt Europa League. Und der Gegner heißt nicht Celtic Glasgow, sondern Roter Stern Belgrad. Zudem waren 13 Spieler im aktuellen Kader noch gar nicht geboren, als die Kölner letztmals im Europapokal antraten.

Es gibt aber auch eine Parallele: Köln stand damals wie heute in der Fußball-Bundesliga auf dem letzten Tabellenplatz. In der Saison 1992/93 holte der Effzeh aus den ersten sieben Ligaspielen nur einen Punkt, in dieser Spielzeit ist es ein Zähler nach sechs Partien. Was den Kölnern Hoffnung machen darf: Nach dem Sieg gegen Celtic ging es in der Liga mit drei Siegen in fünf Spielen bergauf. Köln beendete die Runde 1993 schließlich auf dem zwölften Platz.

In den Spielen gegen Glasgow saß der 2010 gestorbene Jörg Berger auf der Bank. Die Kölner Verantwortlichen hielten trotz sportlicher Krise (auch im DFB-Pokal schied Köln gegen den MSV Duisburg aus) zunächst am Trainer fest, entließen ihn schließlich nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Rückrunde.

Dass dieses Schicksal auch dem derzeitigen Coach Peter Stöger blühen könnte, ist derzeit schwer vorstellbar. Auf der Hauptversammlung beschwor Geschäftsführer Jörg Schmadtke erneut den Zusammenhalt im und um den Verein. Er habe Vertrauen in die handelnden Personen, und das erwarte er auch von Mitgliedern und Fans.

Eigentlich hätten die Spiele in der Europa League Feiertage werden sollen. Die Gesamtsituation lässt einen eintägigen Ausflug in die Unbeschwertheit aber nicht zu. Nach dem ersten Punktgewinn der Saison beim 0:0 in Hannover ist das Spiel gegen Belgrad vielmehr Mittel zum Zweck. "Es ist eine neue Möglichkeit, weiter am Positiven zu arbeiten und das Selbstvertrauen weiter aufzubauen", sagt Stöger.

Nach der Niederlage beim Gruppenfavoriten FC Arsenal (1:3) rechnet sich der Effzeh gegen Belgrad aber auch aus, seine Ausgangslage in der Gruppe zu verbessern - allerdings ohne die Serben zu unterschätzen. "Sie beherrschen ihre Liga, spielen technisch guten Fußball und haben Qualität bei Standards", sagt Stöger: "Der Gegner hat fußballerisch etwas anzubieten, was für uns aber sicher auch machbar ist."

Allerdings muss Stöger auf zwei seiner wichtigsten Profis verzichten: Marcel Risse und Nationalspieler Jonas Hector sind verletzt. Auch Stürmer Artjoms Rudnevs steht nicht zur Verfügung.

Unterdessen könnte Köln personell noch einmal nachlegen. Wie der "Express" berichtet, überlegen die Verantwortlichen, den Sturm um Claudio Pizarro zu ergänzen. Der 38 Jahre alte Peruaner, mit 191 Toren erfolgreichster ausländischer Torschütze der Bundesliga, ist derzeit vereinslos und könnte daher sofort verpflichtet werden.

Quelle: RP
 
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