1. Bundesliga 16/17
| 18.21 Uhr

Sieg über Borussia Dortmund
1. FC Köln – Spezialist für die großen Aufgaben

Fotos: Kölner Modeste jubelt nach Siegtor oben ohne
Fotos: Kölner Modeste jubelt nach Siegtor oben ohne FOTO: dpa, jgu hak
Köln . Der 1. FC Köln darf mit großen Hoffnungen Ende Januar in die Rückrunde gehen. Der verdiente 2:1-Sieg gegen Dortmund war der Schlusspunkt hinter ein starkes Kalenderjahr. Von Martin Beils

Wenn es stimmt, dass sich Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern im Laufe einer Bundesliga-Saison ausgleichen, dann darf der 1. FC Köln auf reiche Bescherung in der zweiten Hälfte dieser Spielzeit hoffen. Im ersten Teil der Runde fielen einige wesentliche Entscheidungen zu Ungunsten der Kölner aus.

Fotos: Kölns Zoller trifft nach Bürki-Patzer gegen BVB FOTO: dpa, jgu hak

Beim 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund verweigerte Schiedsrichter Knut Kircher den Gastgebern einen Strafstoß. Außenverteidiger Pawel Olkowski war nach einem doppelten Übersteiger im Strafraum zu Fall gekommen, der schwache Dortmunder Abwehrspieler Joo Ho Park hatte ihm auf den Fuß getreten.

Der FC und die Schiedsrichter – das ist ein Dauerthema in dieser Saison. Bei der Niederlage gegen Hannover 96 übersah der Referee, dass Leon Andreasen den Siegtreffer mit dem Arm erzielt hatte. Bei der Niederlage gegen die Augsburger durfte deren Torhüter Marwin Hitz den Fleck neben dem Elfmeterpunkt so präparieren, dass Schütze Anthony Modeste wegrutschte. Und vergangene Woche musste Sportchef Jörg Schmadkte auf die Tribüne, weil er Guido Winkmann und sein Gespann als "Eierköppe" bezeichnet hatte.

Fotos: 1. FC Köln - Borussia Dortmund FOTO: ap

Doch die "Eierköppe" waren am Ende dieser Kölner Runde auf einmal nur noch ein Randaspekt. Denn trotz der vielen seltsamen Schiedsrichterentscheidungen steht der FC zur Pause seiner zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg glänzend da. Weil er zum Spezialist für die großen Aufgaben geworden ist. Gegen Dortmund und Gladbach, auf Schalke und in Leverkusen gewonnen, dazu ein Punkt gegen den VfL Wolfsburg – die Bilanz gegen die Topklubs ist ausgezeichnet. "Wer weiß, was in der Rückrunde noch möglich ist", sagte Dominic Maroh, der in der Kölner Fünferabwehrkette die zentrale Position einnahm. Bis zum Wiederbeginn des Trainings am 3. Januar hätten ja nun alle Zeit genug, darüber nachzudenken, wie man auch die etwas schwächeren Gegner schlagen könnte.

Dank der Treffer der zuletzt schwächelnden Angreifer Simon Zoller und Anthony Modeste steht der FC in der oberen Tabellenhälfte, die Europa-League-Plätze sind in Sichtweite. Das Bemerkenswerte am Sieg gegen den BVB: Er war verdient. Mit taktischem Geschick und großem Eifer "haben wir die Dortmunder zu Fehlern gezwungen", sagte Maroh.

"Danke für ein tolles Jahr 2015", stand auf dem Plakat, das die Profis nach dem Schlusspfiff durch die fast nur mit Handylicht beleuchtete Arena trugen. Die Vereinshymne begleitete sie in einer Klavierversion. Die Besinnlichkeit schlug in Karnevalsstimmung um, als die Südtribüne "In unsrem Veedel" anstimmte. Vergessen waren auf einmal die teils zähen Heimspiele. In fünf Partien in Müngersdorf hatte der FC zuletzt keinen Treffer erzielt.

Die Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle hatten ihrer Zufriedenheit mit den vergangenen zwölf Monaten schon vor dem Spiel Ausdruck verliehen: "Wir haben an keinem einzigen Spieltag in einer wirklich bedrohlichen Tabellenregion gestanden – und dass das bereits für viele völlig selbstverständlich zu sein scheint, zeigt, wie erfolgreich dieses Jahr war."

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