1. Bundesliga 17/18
| 17.51 Uhr

Trennung von Peter Stöger
Köln verfällt in alte Muster

Pressestimmen: "1. Fußball-Club für Indiskretionen und Peinlichkeiten"
Pressestimmen: "1. Fußball-Club für Indiskretionen und Peinlichkeiten" FOTO: dpa, jg nic
Meinung Vier Jahre hat der 1. FC Köln erfolgreich daran gearbeitet, den Ruf des Chaos-Klubs abzulegen. Nun verfällt er in alte Muster: Indiskretionen, öffentliche Anschuldigungen und wenig nachvollziehbare Entscheidungen. Der FC steht am Scheideweg. Von Patrick Scherer

Entweder besinnen sich die Verantwortlichen wieder auf die Werte, die den Klub von der zweiten Liga in den Europapokal gebracht haben, oder er verkommt erneut zur Lachnummer.

Der Abgang von Geschäftsführer Jörg Schmadtke Ende Oktober zeigte erstmals Risse in der Führungsebene auf, die nun noch deutlicher zum Vorschein treten. Präsident Werner Spinner, Vize Toni Schumacher und Geschäftsführer Alexander Wehrle haben es verpasst, in Krisenzeiten Einheit zu demonstrieren. Wohl deshalb, weil es keine gibt.

Das Festhalten am Trainer war nur halbherzig – ein "spürbar anders" auf Zeit. Es war die schlechteste aller Lösungen. Der Verein hätte bereits vor Wochen Fakten schaffen müssen. Entweder mit einem bedingungslosen Vertrauensbeweis zu Stöger – auch bei einem möglichen Abstieg. Oder, den Marktmechanismen folgend, mit dem viel zitierten neuen Impuls auf der Trainerbank.

Ins Bild des neuen, alten FC passt die Posse um Horst Heldt. Toni Schumacher äußerte sich mit einer gehörigen Portion Arroganz in Richtung Hannover im TV. Dann scheiterten die Verhandlungen und enden in einer öffentlichen Schlammschlacht, zu der jetzt auch der sonst so souveräne Wehrle mit emotionalen Schuldzuweisungen beiträgt.

Dass der neue Interimstrainer Stefan Ruthenbeck Stögers Entlassung intern bereits verkündete und diese Aussage nach außen drang, ist nicht nur vereinsschädigend, sondern rückt ihn noch vor dem ersten Spiel in ein schlechtes Licht.

Der Klub hat seine Linie der geschlossenen FC-Familie in den vergangenen Wochen verlassen. Diese wiederzufinden, muss bei den anstehenden Personalentscheidungen höchste Priorität haben.

 
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