1. Bundesliga 16/17
| 19.04 Uhr

Irregulärer Siegtreffer für Hannover
Vom Tattoo ins Tor – Andreasen erhitzt die Kölner Gemüter

Fotos: Andreasen trifft mit dem Arm gegen Köln
Fotos: Andreasen trifft mit dem Arm gegen Köln FOTO: Screenshot Sky
Köln. "Taktische Sachen", hätten sie besprochen nach dieser spielentscheidenden Szene in der 38. Minute. Vielleicht sagten Hannovers Trainer Michael Frontzeck und Leon Andreasen, der womöglich erste Tattoo-Torschütze der Bundesliga-Geschichte, sogar die Wahrheit. Vielleicht ging es um die "Taktik", wie sich in den anschließenden Interviews zu verhalten sei, wenn der eindeutige Handtreffer des Dänen der einzige der Partie bleiben würde.

Einer gewissen Schuld war sich Andreasen später bei Sky bewusst, von einer verpassten Chance, den Fairplay-Gedanken vorzuleben, sprach er jedoch nicht. "Ich weiß nicht, wie oft in Hannover in den ersten Spielen was gegen uns schief lief. Fehler passieren. Heute hat der Schiri das nicht gesehen. Ich weiß nicht, warum ich hier stehen und mich entschuldigen muss." Nichtsdestrotrotz fühlte sich Andreasen am Mikrofon sichtlich unwohl.

Kölns Trainer Peter Stöger hielt demonstrativ seine Brille in Richtung Spielfeld – ganz so, als wolle er sie dem Schiedsrichter-Team um Bastian Dankert anbieten. FC-Manager Jörg Schmadtke fand deutliche Worte: "Es ist – schönen Gruß an den DFB – ärgerlich, dass wir heute Handball-Schiedsrichter hier hatten und das Spiel durch einen Kempa-Trick entschieden wird", sagte Kölns Geschäftsführer, gab aber auch zu: "Wir haben das Spiel nicht ausschließlich wegen der Schiedsrichter verloren."

"Volleyballer" Andreasen, der mit seinem komplett tätowierten rechten Arm den Ball so eindeutig wie nur möglich gespielt hatte, kämpfte dann auch gleich um seinen Ruf. "Das ist ein klares Handspiel. Ich habe gespürt, dass mich etwas am Arm trifft, aber es ging alles sehr schnell. Das ist jetzt ein blödes Gefühl, ich bin normal ein fairer Spieler", sagte der 32-Jährige, der sein Team zum zweiten Sieg in Folge und so aus der Abstiegszone beförderte. "Wir sind glücklicher Sieger, keine Frage. Aber wir müssen uns nicht entschuldigen", meinte Trainer Frontzeck, für den der Erfolg auch ein persönlicher Befreiungsschlag ist.

Trotz der Fehlentscheidung, einigen weiteren umstrittenen Szenen und einem phasenweise hitzigen Spiel, gab es am Ende auch Versöhnliches. Im Kabinentrakt des Stadions nahm Stöger Andreasen in den Arm. Der Übungsleiter hatte dem Dänen in Diensten von Hannover offensichtlich verziehen.

 

 

(jaso/sid/dpa)
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