1. Bundesliga 17/18
| 07.41 Uhr

Nachfolge-Kandidaten für den Torjäger
Was macht Köln mit den Modeste-Millionen?

Das ist Anthony Modeste
Das ist Anthony Modeste FOTO: afp, PST/DG
Düsseldorf. Geht er oder bleibt er? Der mögliche Transfer von Topstürmer Anthony Modeste beschäftigt die Kölner Fans schon seit Wochen. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Franzose für 35 Millionen Euro nach China wechselt. Doch was macht der Europa-League-Teilnehmer mit dem Geldsegen? Von Stephan Seeger

Modeste allein hat der 1. FC Köln zu verdanken, dass er in der kommenden Saison erstmals nach 25 Jahren wieder an einem europäischen Wettbewerb teilnimmt. 25 Tore erzielte der Franzose in der abgelaufenen Saison und landete hinter Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski auf Platz drei der Torjägerliste. Modeste eins-zu-eins zu ersetzen, ist schier unmöglich. Doch welche Möglichkeiten bieten sich dem FC, Ersatz für den Top-Stürmer zu verpflichten, falls dieser nach China zu Tianjin Quanjian wechselt?

Jhon Cordoba (24, FSV Mainz 05)

Wie Modeste ist der Noch-Mainzer ein klassischer Mittelstürmer, seine Statur ähnelt der des Franzosen. Der FC zeigte bereits Interesse, doch die Ablösesumme könnte zum Problem werden. Die Mainzer Forderungen für den 24-Jährigen sollen bei 20 Millionen Euro liegen. Wohl auch in dem Wissen, dass Köln 35 Millionen Euro für Modeste kassiert. Manager Jörg Schmadtke wird sich gut überlegen, ob er einen Großteil der Modeste-Millionen in einen Stürmer investiert, der in Mainz in der vergangenen Saison gerade einmal fünf Tore in 29 Spielen erzielte. Mainz muss dem FC schon ein wenig entgegenkommen, damit der Wechsel zustande kommt.

Mark Uth (25, TSG Hoffenheim)

In Hoffenheim stand Uth im Schatten von Sandro Wagner und Andrej Kramaric. Und trotzdem waren seine Leistungen gut. Mit sieben Treffern in 22 Spielen war seine Quote besser als die von Cordoba. Allerdings spielt Uth am liebsten neben einem echten Mittelstürmer. So wie Wagner in Hoffenheim. Und Köln wäre für Uth kein Neuland. Der Stürmer spielte mehrere Jahre in der FC-Jugend und stand sogar viermal im Kader der ersten Mannschaft. Doch der damalige Trainer Stale Solbakken setzte nicht auf Uth, der 2012 ablösefrei zum SC Heerenveen in die Niederlande wechselte. Sein Vertrag in Hoffenheim läuft bis 2018, eine Verlängerung lehnte Uth bislang ab. Der 25-Jährige kann sich eine Rückkehr nach Köln vorstellen, beide Klubs sollen sich auch schon angenähert haben. Da Uths Vertrag bei den Kraichgauern 2018 ausläuft, wäre er sogar für relativ kleines Geld zu haben. Ein Wechsel nach Köln ist wahrscheinlich, laut "Bild"-Zeitung sogar schon perfekt. Demnach zahlt der FC sechs Millionen Euro Ablöse an Hoffenheim.

Martin Braithwaite (26, FC Toulouse)

Auch das Gerücht um den Stürmer des FC Toulouse hält sich in Köln hartnäckig. Beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Dänemark hat Braithwaite gezeigt, was er kann. Sein größtes Pfund ist seine Schnelligkeit, weshalb er lieber als hängende Spitze oder Flügelstürmer agiert. Ein echter Ersatz für Modeste wäre der 26-Jährige damit auch nicht. Rund zehn Millionen Euro würde Braithwaite kosten, und der Angreifer, der für Toulouse in der vergangenen Saison elfmal erfolgreich war, ist einem Wechsel in die Bundesliga nicht abgeneigt. "Ich bin bereit für eine neue Herausforderung. Die Bundesliga ist eine tolle Liga", sagte der Däne. Kölns Abwehrspieler Frederik Sörensen wird ihm einen Wechsel in die Domstadt möglicherweise bei der Länderspielreise schmackhaft gemacht haben.

Michael Gregoritsch (23, Hamburger SV)

Mit dem Hamburger SV vermied Gregoritsch nur knapp den Abstieg, im Sommer darf er die Norddeutschen verlassen. Und das offenbar für fünf Millionen Euro. Gregoritsch wäre allerdings nur eine Ergänzung, um den Kader in der Breite zu verstärken. Seine Vielseitigkeit macht ihn interessant, der Österreicher kann auch hinter den Spitzen und auf dem Flügel eingesetzt werden, zudem sind seine Freistöße sehr gefährlich.

Franco Di Santo (28, FC Schalke 04)

Zugegeben, ein Transfer des Argentiniers wäre eine echte Überraschung. Auf Schalke kam Di Santo nicht zurecht, nachdem er vor zwei Jahren noch 13 Tore für Werder Bremen erzielt hatte. Offenbar will der 28-Jährige noch einmal ganz neu anfangen und sucht einen Klub mit einem Trainer, bei dem er wieder Vertrauen genießt. Stöger ist bekannt dafür, seinen Spielern auch in schlechten Phasen den Rücken zu stärken. Di Santo wäre ein echtes Schnäppchen und daher kaum ein Risiko-Transfer.

Ivan Santini (28, SM Caen)

15 Treffer erzielte der Ex-Freiburger für SM Caen in der französischen Ligue 1 und machte damit auf sich aufmerksam. In den vergangenen vier Jahren traf der Mittelstürmer in Belgien und Frankreich immer zweistellig. In Deutschland konnte er seine Torgefahr allerdings noch nicht unter Beweis stellen. Sowohl in Ingolstadt als auch in Freiburg blieb Santini blass. Er könnte die große Überraschung sein, sollte der FC Santini verpflichten. Die Ablösesumme dürfte bei fünf Millionen Euro liegen.

 
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