1. Bundesliga 16/17
| 15.21 Uhr

PR-Gag stößt auf Kritik
Kölner Trikot-Aktion gegen RB Leipzig hat wenig Fans

Trikot-Aktion des 1. FC Köln gegen RB Leipzig erntet viel Kritik
Das "Dosen-Trikot" kommt bei vielen Fans nicht gut an. FOTO: dpa, gki hpl
Köln. Der Trikotsponsor verpasst dem 1. FC Köln für das Heimspiel gegen den umstrittenen Konzernklub RB Leipzig einen neuen Schriftzug. Bei den Fans scheint dieser PR-Gag allerdings nicht recht zünden zu wollen. Von Aaron Knopp

RB Leipzig ist in jeder Hinsicht ein Präzedenzfall. Noch nie hat ein Bundesligist derart polarisiert. Jede Woche aufs Neue verhandeln die Fans des jeweiligen Gegners ihren Umgang mit dem Brauseklub. Boykottieren? Protestieren? Ignorieren? Über den rechten Weg sind sich auch die wehrhaften Fußball-Traditionalisten noch uneins. Der Neuling wurde eben nicht mit einer Gebrauchsanweisung an die Bundesliga ausgeliefert.

Einige Vereine haben sich in der Vergangenheit gleichwohl eine ebenfalls kritische Haltung gegenüber dem Marketingklub erlaubt. Der 1. FC Köln, bzw. dessen Hauptsponsor, probiert sich vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig am kommenden Sonntag nun mit einer eigenen Marketing-Aktion, um die "Roten Bullen" aufs Korn zu nehmen. 

Trikotsponsor Rewe lässt ein Leibchen mit Werbung für den hauseigenen Energy-Drink "Maximal G" bedrucken, der sich sinnbildlich dem Wettstreit mit RBs Kraftbrause stellen soll. Das Ganze soll sich zudem auf allen Banden im Stadion fortsetzen. Gemessen an den ersten Fan-Reaktionen im Netz könnte diese PR-Grätsche aber zum Eigentor werden.

Auf Twitter scheinen sich die Kommentatoren in ihrer Bewertung weitgehend einig zu sein.

 

 

 

Zuspruch für das Sondertrikot findet man dagegen eher vereinzelt.


Auch in einem Kölner Fanforum sind die Reaktionen durchwachsen. "Diva" schreibt etwa: "Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Ich kann dem wenig abgewinnen. Man begibt sich auf ihr Terrain, spielt nach ihren Regeln, den Aufmerksamkeitsbonus dafür kriegen sie." "Rewe stellt Waren in die Regale, um damit Geld zu verdienen und das tun sie weiterhin. Warum zum Donnergrummel sollte die Firmenzentralen jucken, was in der Bundesliga passiert? Diese schön romantischen Gedankenspiele sind maximal Kinderei", findet "bollock".

Kölner Fanszene verzichtet auf einen Boykott

Die Kölner Fanszene hat indes einen anderen Weg des Umgangs mit dem kommenden Gast erarbeitet. Die "Effzeh"-Anhänger werden die Mannschaft unterstützen, wollen dabei aber durchaus Protest gegen RB Leipzig zum Ausdruck bringen. Die "AG Fankultur" hatte in einer ausführlichen Stellungnahme zuvor noch einmal die Ablehnung des Aufsteigers zum Ausdruck gebracht. "Unser Geißbock Hennes war schon in der ganzen Welt berühmt, als Getränkehersteller noch keine Eventagenturen waren. Wir als Fans des 1. FC Köln möchten, dass (...) sportlicher Wettbewerb herrscht, der nicht verzerrt wird, weil manche Regeln nicht für alle gelten", heißt es darin. 

Bei Rewe indes leben beide Welten schon weitgehend friedlich nebeneinander. Neben "Maximal G" steht dort auch "Red Bull" im Regal.

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