1. Bundesliga 17/18
| 16.14 Uhr

Falscher Elfmeterpfiff
Fan des 1. FC Köln verklagt Videoassistenten

Twitter-Reaktionen: "Schwalbenelfer mit Videobeweis. Das ist echte Kunst"
Twitter-Reaktionen: "Schwalbenelfer mit Videobeweis. Das ist echte Kunst"
Ein Fan des 1. FC Köln will sich mit juristischen Mitteln gegen die Benachteiligung seines Herzensverein zur Wehr setzen. Er hat Anzeige gegen den Videoschiedsrichter der Partie des FC gegen Mainz 05 am vergangenen Wochenende erstattet. Von Aaron Knopp

Wie die Kölner Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, liegt dort eine Anzeige gegen Tobias Welz vor. Welz fungierte bei der Bundesliga-Partie am vergangenen Samstag als Videoassistent. Bei der am Ende spielentscheidenden Szene unterlief ihm eine folgenschwere Fehleinschätzung: Der Mainzer Pablo de Blasis ging kurz vor der Halbzeitpause im Strafraum zu Boden. Wie die Videoaufnahmen jedoch belegen, ohne dass ihn sein Gegenspieler zuvor überhaupt berührt hatte. Schiedsrichter Felix Brych verließ sich aber auf die Einschätzung des Videoassistenten und entschied auf Elfmeter für Mainz 05 – der frühere Kölner Daniel Brosinski verwandelte zum 1:0, gleichzeitig Endstand der Begegnung.

Für Cieslar eine Benachteiligung zu viel. Nachdem der 1. FC Köln in dieser Saison schon mehrfach mit Schiedsrichter-Entscheidungen und dem Videobeweis haderte, brachte der Gründer des FC-Fanclubs "Jeck op Kölle" die Fehlentscheidung nun zur Anzeige. "Es liegt hier eindeutiger und bewusster Betrug seitens des Videoassistenten Tobias Welz vor", erklärt Cieslar gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Einen Wahrnehmungsfehler hält der FC-Anhänger für ausgeschlossen. Das ist ein eindeutiger und bewusster Betrug [...] zumal Tobias Welz als zugleich Polizeibeamter und Schiedsrichter in dieser Hinsicht bestens geschult und erfahren sein muss", heißt es in der Anzeige, die der Kölner Stadtanzeiger zitiert.

Die Szene könnte ohnehin noch einmal zusätzliche Brisanz erhalten. Alle Schiedsrichter haben grundsätzlich die Möglichkeit, strittige Szenen in einer "Review-Area" auf dem Feld selbst noch einmal anzusehen. Brych verzichtete jedoch auf dieses Hilfsmittel und vertraute seinem Videoassistenten sozusagen blind. Das ist natürlich durch das Regelwerk abgedeckt, wie der "Kicker" nun nahelegt, könnte der Verzicht aber auch als stummer Protest von Hauptschiedsrichter Felix Brych verstanden werden. Demnach soll der renommierte Unparteiische in internen Sitzungen als Wortführer der Gegner des Videobeweises aufgetreten sein. Hätte er die Szene selbst noch einmal in Augenschein genommen, wäre er jedenfalls zu einer anderen Einschätzung gekommen als Welz. Nach dem Spiel gab Brych zu: "Ich habe mir jetzt die Bilder angeschaut, ich kann da keinen Kontakt erkennen."

Ob Welz sich nun juristische Konsequenzen fürchten muss, bleibt allerdings abzuwarten. Die Staatsanwaltschaft prüft die Angelegenheit.

(ak)
 
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