1. FFC Frankfurt - Sportfreunde Siegen 2:1 (1:0): 1. FFC verteidigte Cup - "Schwarze Serie" beendet
zuletzt aktualisiert: 06.05.2000 - 18:41Berlin (dpa) - Der 1. FFC Frankfurt hat den DFB-Pokal erfolgreich verteidigt. Mit einem 2:1 (1:0) gegen die Sportfreunde Siegen im 20. Cup-Endspiel der Frauen beendeten die Frankfurterinnen zugleich eine Serie: Noch nie zuvor hatten sie in einem Pokalspiel gegen Siegen gewonnen. Diesmal sorgten Jennifer Meier (63.) und Renate Lingor (79.) für die Premiere und den zweiten Pokalgewinn nach 1999. Daran konnte auch das Anschluss-Tor der eingewechselten Patricia Menge (87.) nichts mehr ändern.
Im "Wohnzimmer der Fußball-Frauen", wie Siegens Spieler-Trainerin Claudia Klein das Berliner Olympiastadion betitelte, hatten beide Teams schon vor dem Anpfiff gewonnen. Live-Übertragung im TV, Zehntausende statt wenige Hunderte auf den Rängen, ein extra TV- Sponsor - "Berlin ist eine unglaubliche Plattform", betonte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich. Rund 100 000 Mark TV-Gelder, dazu nochmals rund die gleiche Summer aus Werbeeinnahmen konnten die beiden Finalisten mit nach Hause nehmen.
Der Funke sprang im Jubiläums-Endspiel lange nicht über. Beide Teams agierten zunächst vorsichtig, scheuten das letzte Risiko. Die Siegenerinnen, 1997 nach Finanzproblemen komplett vom TSV zu den Sportfreunden übergewechselt, setzten zwar die ersten Akzente. Doch nach einer Doppelchance von Monika Meyer und der Dänin Merete Pedersen (5.) passierte lange nichts. Erst als der Double-Gewinner des Vorjahres durch einen Fallrückzieher der rechtzeitig genesenen Doris Fitschen (20.) sowie einen Kopfball von Meier seine Ambitionen unterstrich, kam etwas mehr Schwung. Die spätere Torschützin Meier konnte aber zunächst einen Fehler von Sandra Minnert, die kommende Saison für den 1. FFC spielt, nicht nutzen.
Die Sportfreunde Siegen, als TSV 1993 letztmals DFB-Pokalsieger, riskierten nach der Pause mehr. Natascha Schwind (53.) wäre fast die Führung gelungen. Glück hatte der sechsmalige Meister allerdings, als ein Freistoß von Nationalspielerin Lingor, die mit vier weiteren Finalistinnen zum DFB-Aufgebot für das nächste EM-Qualifikationsspiel am 11. Mai in der Ukraine gehört, knapp am Siegener Tor vorbeistrich. Mit dem schönsten Spielzug des Tages fiel die Vorentscheidung: Heidi Mohr, die im November vergangenen Jahres eigentlich schon ihre Laufbahn beendet hatte, schickte Birgit Prinz steil. Deren flache Eingabe verwandelte Meier. Mit einem herrlichen Heber aus 18 Metern erhöhte Lingor auf 2:0, ehe Menge aus dem Gewühl heraus noch für die enttäuschten Siegenerinnen traf.
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