2. Bundesliga 16/17 2. Bundesliga
| 19.33 Uhr

Relegation gegen Holstein Kiel
1860 München nach "Dreckssaison" zum Siegen verdammt

Bilder: Holstein Kiel - 1860 München
Bilder: Holstein Kiel - 1860 München FOTO: dpa, dbo lof
München. 1860 München steht vor dem Relegations-Rückspiel gegen Holstein Kiel extrem unter Druck. Bei einer Niederlage stehen die Löwen vor einer ungewissen Zukunft.

Zum Siegen verdammt: Für Fußball-Zweitligist 1860 München geht es im Relegations-Rückspiel am Dienstag (20.30 Uhr/Live-Ticker) gegen Drittligist Holstein Kiel ums blanke Überleben. Eine Niederlage und der damit verbundene Absturz könnte für den krisengeplagten Traditionsklub schlimme Folgen haben, sogar eine Insolvenz wäre dann nicht mehr ausgeschlossen.

Wie groß die Bedeutung für die Löwen ist, machte Trainer Torsten Fröhling noch einmal deutlich. "Jetzt kommt s darauf an. Wir müssen gewinnen - egal wie. Holstein Kiel hat nicht den Druck, da geht es nicht um Existenzen", sagte Fröhling am Montag im Kurztrainingslager im österreichischen Bad Häring. Direkt nach dem 0:0 im Hinspiel in Kiel hatte er von einer "Dreckssaison" gesprochen, "die wir positiv zu Ende bringen wollen".

Die Sechziger bauen beim Showdown vor allem auf die beeindruckende Kulisse in der Allianz Arena, wo rund 60.000 Zuschauer erwartet werden. Er hoffe, so Präsident Gerhard Mayrhofer, "dass uns das beflügeln wird". Dies sei "immens wichtig. Wir müssen die Fans sofort begeistern und zeigen, dass es nur einen Sieger geben darf. Dann wird es für Kiel nicht einfach", betonte Fröhling.

Zumal die "Störche" in ihrer 115-jährigen Vereinsgeschichte noch nie vor mehr als 50.000 Fans gespielt haben. "Uns fehlt es da an Erfahrung. Wir sollten nicht dabei mithelfen, dass die Arena zu einem Tollhaus wird", sagte Holstein-Trainer Karsten Neitzel. Sein Team brauche deshalb "eine außergewöhnliche Leistung, um Außergewöhnliches zu erreichen. Wir werden auch in München früh attackieren, das hat uns zwei Jahre lang stark gemacht".

Immerhin war der TSV 1860 in dieser Saison zu Hause nicht unbedingt eine Macht. In 18 Heimspielen (inklusive Pokal) gab es lediglich vier Siege. Nummer fünf ist nun zwingend notwendig, um die Zukunft des Vereins zu sichern. Bei einem Abstieg in die Drittklassigkeit, wo die Löwen zuletzt 1993 spielten, weiß derzeit noch niemand, wie es weitergeht.

Die Zweitliga-Lizenz haben die Münchner ohne Auflagen erhalten, doch für Liga drei gibt es noch keine Zulassung. Rund acht Millionen Euro würden alleine an TV-Geldern fehlen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Kontakt zum jordanischen Investor Hasan Ismaik seit Wochen abgebrochen ist.

Viele Fragen sind momentan noch offen. Den ungeliebten Sportdirektor Gerhard Poschner würden Löwen-Führung und Fans gerne loswerden, doch dieser wird von der Investorenseite gestützt. Ungeklärt ist in Liga drei auch die Stadionfrage (Allianz Arena oder Grünwalder Stadion) sowie die Zusammenstellung des Kaders. Angeblich haben nur fünf Spieler gültige Verträge.

Doch damit will sich Mayrhofer noch nicht befassen. "Wenn das letzte Spiel gespielt ist, dann muss man sich gemeinsam an einen Tisch setzen und über alles reden. Aber jetzt zählt nur der Sport", sagte er der Münchner tz.

Die Ausgangslage ist nach der Nullnummer in Spiel eins klar. Sechzig muss gewinnen, Kiel reicht angesichts der Europapokal-Regel schon ein Unentschieden mit mindestens einem Tor. Bei einem 0:0 nach Verlängerung gäbe es ein Elfmeterschießen. Fröhling wollte dies beim Training am Montag noch einmal ins Programm "reinnehmen, aber nicht als Schwerpunkt".

(sid)
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