Amateure zeigen, was Fairplay ist: Absichtliches Eigentor in der Kreisliga
zuletzt aktualisiert: 27.09.2007 - 10:19Goch (RP/RPO). Fairplay oder kein Fairplay? Während die Spieler des B-Ligisten SV Schwörstadt nach einem unabsichtlichen Treffer den Ball freiwillig ins eigene Tor bugsierten, schob der Verbandsligist SC Kapellen nach einer ähnlichen Situation die Schuld auf den gegnerischen Torhüter.
Was war passiert? Fall eins: Im Spiel FC Grenzach gegen Schwörstadt wurde ein Gästespieler verletzt. Statt den Ball ins Aus zu schieben, schoss ihn ein Schwörstädter zum 1:1 ins Tor. Dem Schiedsrichter blieb trotz massiver Proteste keine Wahl. Er musste den Treffer den Regeln entsprechend anerkennen.
Urs Keser, Spielertrainer des SV, reagierte und ließ sich kurz darauf von seinem eigenen Torhüter anspielen, knallt den Ball aus 16 Metern ins eigene Tor. "Ich wollte das wieder gerade biegen, denn das gehört sich einfach nicht."
Grenzach gewann die Begegnung durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 3:2. Wir meinen: Großes Fairplay!
Fall zwei: Der klare 4:1-Erfolg des Verbandsligisten SC Kapellen wurde durch eine vermeintlich unsportliche Aktion zum vorentscheidenden 1:3 entschieden. So gab es viel Gesprächsstoff nach dem Gastspiel des SC Kapellen-Erft bei der Gocher Viktoria.
Es war die Szene aus der 80. Spielminute, die die Gemüter noch weit nach Spielschluss erhitzte. Die Gocher Anhänger bildeten gar Spalier für die Gästeelf, um sie mit ironischem Applaus ob des Geschehenen in die Kabine zu geleiten.
Passiert war folgendes: Beim Zwischenstand von 1:2 hatte SCK-Keeper Rehers den Ball gen Seitenaus geschlagen, um die Behandlung eines Mannschaftskameraden zu ermöglichen. Da der Ball den Weg dorthin nicht fand, halfen die Gocher nach und erwarteten den Ball nach gegnerischem Einwurf zurück in ihren Reihen.
Die Kapellener knallten den Ball anschließend zurück zum Gocher Keeper, doch der Schiri hatte den Ball noch nicht freigegeben und ließ den Einwurf wiederholen. Sven Raddatz schoss das Spielgerät erneut im hohen Bogen Richtung Viktoria-Tor. Eben dort landete er aber nicht, sondern hinter dem verdutzten Torhüter Poli Minas. Ob gewollt oder ungewollt, der Ball flog ins Netz.
„Das ist für mich die größte Sauerei, die ich jemals im Fußball erlebt habe“, titulierte Trainer Hartmut Scholz den groben Verstoß gegen den Fairplay-Gedanken, der den Gochern das Genick brach. „So einen Ball spielt man ins Aus“, war auch Kapitän Frank Rörthmans fassungslos.
SCK-Coach Sven Schuchardt versuchte seinen „Kunstschützen“ in Schutz zu nehmen: „Das ist unglücklich gelaufen. Der Torwart hätte den Ball ja auch einfach halten können“, wollte er Raddatz keine Absicht unterstellen. Er sah aber auch keine Veranlassung, den Gochern postwendend einen Treffer ohne Gegenwehr zu gestatten.
Wir meinen: Grenzwertig. Kapellen hätte ebenfalls ein Eigentor zulassen können.
Was meinen Sie, stand Kapellen in der Pflicht oder war es o.k., einfach weiterzuspielen? Stimmen Sie ab!
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