Bestechungsskandal: Adidas droht Wettsündern mit Kündigung
zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 09:22Düsseldorf (RPO). Den an dem Wett- und Manipualtionsskandal beteiligten Spielern und Vereinen drohen ernsthafte finanzielle Einbußen. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" kündigten Adidas, Puma und Audi an, Ausrüster- und Sponsoringverträge bei Verwicklungen in den Wettskandal sofort zu kündigen.
"Wir haben in unseren Verträgen mit Sportlern und Vereinen ganz klar drin, dass wir bei kriminellen Vergehen die Zusammenarbeit fristlos kündigen können", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Dies habe man in der Vergangenheit etwa bei Doping-Fällen auch getan. "Für den Wettskandal gelte das ganz genauso."
Mafia soll Spieler im Verein installiert haben
Die Staatsanwaltschaft Bochum geht derweil dem Verdacht nach, dass die Wettmafia womöglich zwei von ihr angeheuerte Spieler bei dem bosnischen Verein NK Travik als Gastkicker installiert hat.
Das habe nach Informationen der "SZ" dazu beigetragen, dass Travik zwei von einer Wettbande organisierte und finanzierte Testspiele in der Schweiz gegen den FC Sion (1:4) und gegen Xamax Neuchatel (2:3) absprachegemäß verloren habe. Die von Deutschland aus operierende Bande habe dabei Wettgewinne in Höhe von 152.400 Euro erzielt.
Oddset weist Vorwürfe zurück
Die Zeitung will ebenfalls erfahren haben, dass auch die staatliche Sportwette Oddset von dem Wettskandal betroffen ist. Das geht aus Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft Bochum hervor. Darin heißt es, die mutmaßliche Wettmafia habe für ein manipuliertes Zweitligaspiel in der Schweiz (Yverdon - Thun: 5:1) vom April 2009 von mehreren Wettanbietern aus Asien, Österreich und Deutschland insgesamt mehr als 60.000 Euro Gewinn kassiert, darunter auch von Oddset.
Oddset wies den Bericht der "SZ" zurück. Der Präsident der Lotterieverwaltung, Erwin Horak, sagte dazu: "Die genannte Spielpaarung war nicht auf dem Spielplan von Oddset". Deshalb könne aus dieser Partie bei der staatlichen Sportwette auch kein Gewinn erzielt worden sein.
Bereits direkt nach Beginn des Skandals hatte Oddset erklärt, man sei nicht betroffen. Die Staatliche Lotterieverwaltung Bayern ist bei den Lottogesellschaften der 16 Bundesländer verantwortlich für die Sportwette.
Zu den 32 verdächtigen Spielen in Deutschland sollen auch die Regionalliga-Partien Hessen Kassel gegen den SSV Ulm (3:0) und SC Verl gegen den 1. FC Köln II (0:1) gehören. Die Verler Niederlage wurde dabei durch ein Eigentor besiegelt. Für die Ulmer Niederlage soll die Wettmafia 141.080 Euro Wettgewinn kassiert haben.
Bereits in den vergangenen Tagen war von vier verdächtigen Ulmer Spielen die Rede. Für die Niederlage von Verl soll die Bande an mehrere Spieler insgesamt 20.000 Euro gezahlt haben. Der vermutete Wettgewinn wird auf 100.000 Euro geschätzt.
Außerdem sollen in Ungarn und Slowenien Erstligaspiele verschoben worden sein. In Ungarn soll es um zwei Spiele eines Hauptstadtklubs aus Budapest vom April und Mai 2009 gehen.
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